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Innovation & Forschung,
der Schlüssel
für den Erfolg
von morgen

Steigende Energiepreise, Explosion des öffentlichen Personenverkehrs, digitale Revolution, Eisenbahnreform, bevorstehende Marktöffnung für die Konkurrenz: SNCF erneuert alle Forschungs- und Entwicklungsprozesse, um den Herausforderungen der Mobilität von morgen gerecht zu werden.


Labs
und Minilabs

Beim Übergang von R & D zu RID (Research, Innovation, Development) müssen im Unternehmen neue Prozesse des Innovationsmanagements eingerichtet werden. Im Innovationsmanagement werden die Aufgaben und Ziele von Forschung & Entwicklung innerhalb des EPIC (öffentliche Industrie- und Handelsgesellschaft) organisiert und strukturiert. Das Unternehmen widmet sich im Besonderen den Labs und Minilabs (Laboratorien und Minilaboratorien), die seit 2010 rund um die großen Ziele des Konzerns eingerichtet worden sind: „Instandhaltung der Infrastruktur in Ballungsräumen“, „Energie“ und „öffentlicher Verkehr“, „Mobilität und Senioren“, Ecodesign“ und viele mehr.

In Partnerschaft mit dem Lehrstuhl für „Theorie und Methodik der innovativen Konzeption“ der Hochschule École des Mines in Paris hat SNCF in ihren Labs und Minilabs eine Methodik zur Beherrschung des innovativen Entwicklungsprozesses erarbeitet, die es zusätzlich ermöglicht, passende Vorschläge und Programmerweiterungen zu generieren: die DKCP-Methode (D: Define ; K: Knowledge ; C: Concept ; P: Proposal). Diese Methode erlaubt sowohl die Weiterentwicklung bereits bestehender Konzepte als auch disruptive Innovationen.

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Die DKCP-Methode wird in 4 Arbeitsgruppen angewandt: “D“ zur Definition und Eingrenzung des Projekts sowie die Auswahl eines strategischen Sponsors, „K“ zur Mobilisierung bereits existierenden Know-hows, „C“ für die ergebnisoffene Überprüfung anhand von „Konzept-Simulationen“ und schließlich „P“ für die Auswertung und Neuformulierung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen in Phase C sowie der strategische Entwurf eines Innovationskonzeptes.


Mobilitätshilfen

SNCF hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre Kunden auf dem ganzen Weg „von Tür zu Tür“ zu begleiten, sei es bei der täglichen Kurzstreckenfahrt oder auch bei großen Entfernungen. Diese Mobilitätshilfe geschieht vor allem über die Entwicklung von Anwendungen und neuen Technologien, wie diese beiden Beispiele zeigen:

  • My Trip Set: beste Route und bestes Transportmittel für die Reise finden
    Die App „My Trip Set“, die seit Juli 2012 im Lab VSC (voyages-sncf.com) entwickelt wurde, begleitet den Fahrgast schon bei der Vorbereitung seiner Reise auf dem Computer oder Tablet-PC. Mit ihrer Hilfe kann er unter verschiedenen Reiserouten und Transportmitteln (Flugzeug, Eisenbahn, Auto, Fähre, Bus etc.) die für ihn am besten geeignete Lösung auswählen. Die App hilft auch, den besten Weg in das Urlaubshotel zu ermitteln und den öffentlichen Nahverkehr am gewählten Reiseziel einzubeziehen. Die Suchergebnisse können nach Preis, Gesamtreisedauer oder Transportmittel und nicht zuletzt nach CO2-Abdruck jeder möglichen Strecke gefiltert werden. My Trip Set wird ständig verbessert, was vor allem durch das Feedback der User möglich ist. Anfang 2013 nutzten bereits 50.000 bis 60.000 Personen diesen neuen Service. Ende 2013 steht die App für Smartphones zur Verfügung

    Mehr über My Trip Set

  • Fluvio: die Fahrgastströme im Bahnhof erfassen
    Ein neues Programm mit einer speziell entwickelten Zähltechnologie nutzt den bestehenden Park von Video-Überwachungskameras zur Erfassung der Fahrgastströme in den Bahnhöfen. Diese Technologie basiert auf Algorithmen zur Bearbeitung von Bilddaten, die es ermöglichen, die Fahrgastströme in einem weiträumigen Umkreis mit einer Genauigkeit einzuschätzen, die weit über den bisher existierenden manuellen Zählmethoden liegt. Ziel dieser Entwicklung ist es, den Reisenden am richtigen Ort die richtigen Dienstleistungen anzubieten. Nach einer Testphase im Bahnhof Paris-Montparnasse wird in mehreren französischen Bahnhöfen ein industrieller Prototyp installiert.

Öffentlicher Verkehr
und Infrastruktur

Alle großen Ballungsräume auf dem Globus sind mit Problemen im öffentlichen Transport konfrontiert und versuchen, ihnen mit dem Ausbau und der Diversifikation ihrer Verkehrsinfrastruktur zu begegnen. In diesem Bereich entwickelt sich ein sehr dynamischer Markt, auf dem sich auch für SNCF neue Möglichkeiten für internationales Wachstum ergeben. Ein Wettbewerbsvorteil für SNCF sind auf diesem Gebiet ihre existierenden Instandhaltungseinrichtungen, einerseits durch das umfassende Know-how und die Kenntnis der technischen Einrichtungen sowie ihrer Lebensdauer und andererseits dank des Umbaus, der seit 2010 stattfindet, um eine moderne Infrastruktur-Instandhaltung einzurichten, die den Zwängen des öffentlichen Massenverkehrs angepasst ist.

Eine der unternehmerischen SNCF-Initiativen zur Erhöhung der städtischen Transportkapazitäten und des Reisekomforts für die Fahrgäste ist die Gründung des Labs Mass Transit. Dieses offene Projekt hat rund 60 SNCF-Mitarbeiter mit sich ergänzenden Kompetenzen zusammengebracht: Marketing, Infrastruktur, Strategie etc.

Das Lab Mass Transit ermöglicht vor allem:

  • Die Betriebssysteme im ÖPNV und ihre Flexibilität zu verbessern, um sie für die Entwicklung des Fahrgastaufkommens zu stärken
  • Perioden hohen Fahrgastaufkommens bereits im Vorfeld besser zu beherrschen, um den Erwartungen der Fahrgäste zu entsprechen und die Leistungsfähigkeit der ÖPNV-Netze zu sichern
  • Durch die Lenkung der Fahrgastströme in den Bahnhöfen die Umsteigezeiten zu verkürzen und durch bessere Kenntnis der Kundenerwartungen neue Dienstleistungen mit Zusatznutzen anzubieten
  • Eine Kooperation mit den Fahrgästen beim Ausbau der Streckennetze aufzubauen, indem beispielweise für das Transilien-Netz im Großraum von Paris Meinungsbildner als Botschafter gewonnen werden

Überwachung der Güterzüge

Um möglichst viele Bahntrassen für den Personen- und Güterverkehr zu sichern rüstet SNCF ihre Züge mit Sensoren aus, mit denen der Zustand der Gleise und ihrer Komponenten (Schwellen, Schotterbett) permanent überprüft werden kann. Dieses Onboard-System, das derzeit in einer Testphase optimiert wird, kann sowohl punktuell als auch dauerhaft installiert werden. Beispiel: Ein Zug des RER E fährt seit Ende 2013 mit einer fest installierten Version dieses Systems.


Rückgewinnung der Bremsenergie

Am Steckenposten Massena in Paris wird eine Testeinrichtung installiert, um den technischen und wirtschaftlichen Nutzen des Prinzips der Rückgewinnung von Bremsenergie bei einer Betriebsspannung von 1.500 Volt zu überprüfen. Bei großflächigem Einsatz könnte diese Technologie alleine in der Region Île-de-France eine Reduzierung der Energiekosten um 6 Mio. Euro jährlich bewirken. Dies könnte entweder durch den Rückverkauf der gewonnenen Energie an den Lieferanten geschehen oder durch die Einspeisung in bestehende energieintensive Bereiche (Bahnhofsbeleuchtung, Ladestationen für Elektrofahrzeuge etc.).

Informationen zu unserer CO2-Politik

Energiewende

SNCF ist der größte Verbraucher von elektrischer Energie in Frankreich (1,5% der Gesamtproduktion des Landes). Unser Unternehmen ist ganz besonders auf diese Energieform angewiesen, denn 89 % unseres gesamten Verbrauchs dienen dem Antrieb unserer Züge. Die Kontrolle und Reduzierung des Verbrauchs ist folglich eine der wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft von SNCF. Ende 2012 wurden deshalb zwei Ausschüsse gebildet, die sich ausschließlich mit der Energiewende befassen. Ihre Arbeit umfasst die Effizienz der Energienutzung, die Optimierung des Stromeinkaufs, die Erarbeitung und Steuerung einer firmeneigenen Energiepolitik und die entsprechende Schulung des Managements. Wichtigstes Ziel ist die Reduzierung des Energieverbrauchs aller Eisenbahnanlagen um 20% bis zum Jahr 2020.

Unsere wegweisende Energiepolitik besteht in erster Linie darin, alle bereits bestehenden Betriebseinrichtungen des Unternehmens (Material, Bahnhöfe, Betriebsstätten) in ihrem Energiebedarf zu optimieren und neue Methoden des Energiemanagements einzuführen, die eine verbesserte Nutzung der zur Verfügung stehenden Energieressourcen ermöglichen. Um dies zu erreichen setzen wir an zwei entscheidenden Hebeln an:

  • Minimierung des elektrischen Anschlusswerts, der in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens angewendet wird, was auf eine geringere Grundvergütung hinausläuft
  • Minimierung des Energieverbrauchs (Elektrizität oder Diesel), zur Verminderung der Kosten und der Auswirkungen auf die Umwelt

Die Verringerung des Energieverbrauchs ist auch mit dem Ziel deckungsgleich, die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Entsprechend des nationalen Plans zu Anpassung an den Klimawandel hat sich SNCF folgende Ziele gesteckt: Zusätzliche Reduzierung der Emissionen bis 2020 um 40% je Fahrgast und um 33% im Gütertransport.


Ecodesign

Die SNCF-Direktionen für Innovation & Forschung und Nachhaltige Entwicklung stellen Ihnen das innovative Ecodesign vor, das in vielen Bereichen mit den klassischen industriellen Regeln bricht. Dabei werden neue Denkformen angewandt, ein Bruch mit herkömmlichen Arbeitsmethoden herbeigeführt und dadurch im Endeffekt Innovation generiert.

Definition

Entwicklung eines Produktes, einer Ware oder einer Dienstleistung unter Berücksichtigung aller negativen Auswirkungen auf die Umwelt, um diese effizient zu begrenzen und gleichzeitig Qualität und Leistungsmerkmale zu erhalten.

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