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Zugang & Hilfsmittel
im Bahnhof

Natürlich steht der Zug beim Reisen mit der Eisenbahn im Mittelpunkt, aber die Infrastrukturen darum herum sind von ebenso großer Bedeutung. Parkplätze, Bahnhöfe und Signalisierung – auf allen diesen Gebieten entwickelt SNCF permanent neue Einrichtungen und Hilfsmittel, damit Sie entspannt, ohne Hindernisse und in völliger Sicherheit zu Ihrem Zug kommen.

Zur SNCF-Website für Barrierefreiheit (in Französisch)

Den SNCF-Leitfaden Eingeschränkte Mobilität herunterladen


Akustische Pfeile

In großen oder baulich komplizierten Bahnhöfen steht Ihnen ein System von „akustischen Richtungspfeilen“ zur Verfügung. Das Funktionsprinzip: Kurze, synchronisierte akustische Signale geben im gesamten Bahnhofsbereich als „tönende“ Wegweiser die Gehrichtungen vor.

Für Ihre
Orientierung

Damit Sie sich besser zurechtfinden und einfacher zu Ihrem Zug kommen, bieten wir Ihnen in unseren Bahnhöfen Einrichtungen und Serviceleistungen, die speziell für Ihren Bedarf entwickelt wurden.

Infos in Braille- und Reliefschrift
Informationen in Brailleschrift finden sich an bestimmten Stellen, zum Beispiel auf Handläufen und Treppengeländern und helfen sehbehinderten oder blinden Personen, sich in den Bahnhöfen zurechtzufinden und zu orientieren.

Orientierungsfolien
Glaswände sind mit weißen Orientierungslinien aus Glasdekorfolie beklebt. Sie sind in zwei verschiedenen Höhen angebracht und kontrastieren mit der Umgebung, sodass sie von sehbehinderten oder kleinwüchsigen Menschen und Kindern erkannt werden können.

Führungsbänder
Führungsbänder, die mit dem Blindenstock ertastet werden können, bestehen aus kontrastierenden parallelen Rillen, die in regelmäßigen, 3 cm breiten Abständen in Gehrichtung in den Boden eingelassen sind.  Damit können sich sehbehinderte Menschen einfacher im Bahnhof zurechtfinden.

Funkbaken
Sie ergänzen die Liste der Hilfsmittel für sehbehinderte Personen. Ihre Aufgabe? Ihnen im Bahnhof den Weg zu verschiedenen Dienstleistungsangeboten und in die unterschiedlichen Richtungen durch akustische Signale weisen.

Die Funkbaken reagieren auf Fernbedienungen, die auf 868 Mhz senden. Sie können diese Fernbedienung in zweifacher Weise nutzen:

  • Automatische Aktivierung: Jede Bake schaltet sich automatisch ein, wenn Sie in ihren Empfangsbereich eintreten, der jeweils zwischen 5 und 10 Metern liegt, je nach Einstellung des Gerätes
  • Manuelle Aktivierung: Schalten Sie durch einen Druck auf die Fernbedienung die Funkbake ein, wann immer Sie es wünschen

Es kann auch vorkommen, dass durch einen Hinweis im Verlauf der Führungsbänder auf die Funkbaken hingewiesen wird. Wenn Sie auf eine solchen Hinweis stoßen, sollten Sie die Bake manuell aktivieren.

Blindenleitsystem
Dieses taktile System soll auf Hindernisse oder potenzielle Gefahrenzonen hinweisen. Dies geschieht mittels Noppenplatten, die versetzt und parallel in den Boden eingelassen sind. In den Bahnhöfen finden sich diese Platten hauptsächlich an den Treppenaustritten und entlang der Bahnsteige in 50 cm Entfernung von der Kante. Je nach Bahnhof sind jeweils 5 oder 6 Platten in einer Reihe versetzt angeordnet.

Rolltreppen
Die Kämme an Ein- und Ausstieg sowie der Absatz jeder einzelnen Palette bzw. Stufe sind farblich abgesetzt, um Ihnen bei der Benutzung der Rolltreppen die Orientierung zu erleichtern. Trotzdem raten wir Personen mit Rollstuhl oder mit einem Kinderwagen von der Benutzung ab, um Sturzrisiken auszuschließen.

Setzstufe und Treppenkante
Zu Verbesserung der Sicherheit auf den Treppen sind die Setzstufen an beiden Enden visuell hervorgehoben. Auch die Treppenkanten sind optisch abgesetzt und mit einem rutschsicheren Belag überzogen. Mit allen diesen kleinen Helfern können Sie ganz gelassen die Treppen benutzen.


Für Ihre
Bewegungsfreiheit

Die Einrichtungen in unseren Bahnhöfen werden unentwegt modernisiert, damit sich alle Menschen möglichst frei und sicher darin bewegen können. Für Personen mit eingeschränkter Mobilität stellen wir eine ganze Reihe von Hilfsmitteln zur Verfügung.

Rollstühle im Bahnhof
Sowohl bei der Abfahrt als auch bei der Ankunft hält der Empfangsservice in den großen Bahnhöfen bei Bedarf handbetriebene Rollstühle für Sie bereit.

Automatische Türen
Wenn die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, kann sich das einfache Öffnen einer Tür mit der Hand als Herkulesaufgabe erweisen. Um Ihnen die Zugänge zu und in den Bahnhöfen zu erleichtern, öffnen sich viele Türen automatisch.

Handläufe
An den Treppen und Rampen finden Sie Handläufe, an denen Sie sich festhalten können. Damit auch Kinder und kleinwüchsige Personen sicher greifen können, sind sie in zwei verschiedenen Höhen angebracht. Am Anfang und am Ende der Treppe sind sie horizontal verlängert, um ihnen die sichere Rückkehr auf den flachen Boden zu erleichtern. Dadurch wird auch der Ein- bzw. Ausstieg in die Treppe vereinfacht.

Fahrstühle
Bahnhöfe mit mehreren Stockwerken sind mit Fahrstühlen ausgestattet, die von allen genutzt werden können und mit klar erkennbaren und erreichbaren Bedienelementen sowohl außen als auch innen ausgerüstet sind. In den Fahrstuhlkabinen finden Sie Geländer zum Festhalten und eine Informationseinrichtung gibt Ihnen Auskunft über die Bewegung der Kabine (Fahrtrichtung nach oben oder unten, nächster Etagenhalt, Alarmsysteme), wenn die Fahrstühle neu sind oder kürzlich gemäß der Norm AFNOR 81 – 70 modernisiert wurden.

Rampen
Spezielle Rampen helfen Ihnen, sicher voranzukommen. Ihre Neigung wurde so berechnet, dass sie gefahrlos benutzt werden können. Absätze zum Ausruhen finden sich an beiden Enden und auch in der Mitte, wenn die Rampe länger als 10 Meter ist und die Neigung 4 % übersteigt.

Hebebühnen und fahrbare Rampen
Der Abstand zwischen Zug und Bahnsteig ist zu groß für Sie? Wenn sich fahrbare Rampen nicht eignen, können Rollstuhlbenutzer mit einer Hebebühne unkompliziert an Bord gelangen. In allen unseren Bahnhöfen werden nach und nach neue elektrische Modelle eingesetzt, die von Menschen mit Behinderung getestet und freigegeben worden sind. Sie sind nicht nur bequemer, sondern auch einfacher durch unsere Mitarbeiter zu bedienen.

Signalisierung
Damit Sie sich künftig noch einfacher in unseren Bahnhöfen zurechtfinden, wird derzeit die gesamte Signalisierung auf den neuesten Stand gebracht. Unter anderem verwenden wir künftig ein besser lesbares Schriftbild. Außerdem werden Hinweisschilder in Warte- und Verkaufsbereichen angebracht:

  • „Accès prioritaire“ (vorrangiger Zugang): In Warteschlangen an Auskunfts- oder Verkaufsschaltern haben Personen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität Vorrang
  • „Place prioritaire“ (Platz bei Bedarf freimachen): In Wartebereichen haben Personen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität vorrangigen Anspruch auf einen Sitzplatz
  • „Emplacement prioritaire“ (reservierte Fläche): Auf den freien Flächen der Wartebereiche sind spezielle Stellplätze für Personen im Rollstuhl reserviert

Haben Sie Vorrang?

Sie haben Vorrang, wenn Sie:

  • einen Behinderungsgrad von 80% oder mehr haben
  • eine „Carte de priorité“ (Vorzugskarte für Behinderte) besitzen
  • einen Behindertenausweis mit dem Vermerk „Station debout pénible“ (Schwierigkeiten beim Stehen) oder „Priorité pour personne handicapée“ (Vorrang für behinderte Person) besitzen
  • eine „Carte familiale de priorité“ (Familienkarte mit Vorrang) haben

Zögern Sie nicht, Ihre Mitreisenden über Ihre bevorrechtigte Situation zu informieren.


Kommunikation

Wir arbeiten schon seit vielen Jahren daran, allen Fahrgästen die Kommunikation in den Bahnhöfen zu erleichtern, vor allem aber hörgeschädigten, tauben und sehbehinderten Personen.

Rufsäulen
Die Rufsäulen sind hauptsächlich für jene Fahrgäste mit Behinderung gedacht, die schon bei der Ankunft im Bahnhof einen Mitarbeiter kontaktieren wollen. Wo sind diese Rufsäulen zu finden und wie funktionieren sie?

  • Sie sind an den Zugängen zu komplizierten Bahnhofsanlagen zu finden, um sofort mit uns in Verbindung zu treten
  • Sie sind mit einem Touchscreen ausgerüstet und werden mit der Fingerspitze bedient
  • Ein Mitarbeiter, den Sie auf dem Bildschirm sehen können, antwortet auf Ihre Kontaktaufnahme und gibt Ihnen Auskunft
  • Ein Mitarbeiter kann Sie bei Bedarf auch persönlich abholen und bis zu Ihrem Zug begleiten

Die Rufsäulen eignen sich auch für Personen, die im Rollstuhl sitzen und für Sehbehinderte. Mit derselben Fernbedienung, mit der Sie die Funkbaken aktivieren, können Sie auch eine Rufsäule und Ihr akustisches Signal aktivieren. Dadurch kann ein sehbehinderter Fahrgast die Säule über ihr akustisches Signal lokalisieren.

Induktive Höranlagen
Sie sind hörbehindert und tragen ein Hörgerät? Induktive Höranlagen in den Bahnhöfen dienen der Verbesserung Ihres persönlichen Hörkomforts. Das System empfängt die erzeugten Töne und übermittelt sie direkt an Ihr Hörgerät:

  • Induktive Höranlagen finden Sie in den Schalter- und Wartebereichen für Reisende
  • Stellen Sie Ihr Hörgerät auf die Position „T“
  • Sie verstehen Ihren Gesprächspartner jetzt optimal
  • Sie werden nicht mehr durch Nebengeräusche gestört
  • Ihre Kommunikation ist erleichtert

Jade, virtuelle Auskunftsdame
Jade, eine virtuelle Helferin, die auf Flachbildschirmen zu sehen ist, übersetzt Durchsagen im Bahnhof in Gebärdensprache.


Für Ihren Komfort

Damit Sie sich bei Ihren Besuchen in unseren Bahnhöfen immer wohler fühlen, statten wir sie nach und nach mit behindertengerechten Einrichtungen aus. Diese Einrichtungen dienen Ihrem Komfort bei Abfahrt und Ankunft und erleichtern Ihnen den Zugang zu allen Bereichen.

Parkplätze
In vielen Bahnhöfen sind jene Parkplätze, die dem Eingang, der Bahnhofshalle oder den Personenaufzügen am nächsten liegen für Menschen mit Behinderung reserviert und mit allen notwendigen Erleichterungen ausgestattet. Woran sind sie zu erkennen?

  • Durch spezielle Kennzeichnung auf dem Boden
  • Durch eine in der Höhe angebrachte Beschilderung
  • Sie sind breit genug, dass sich eine Person mit Rollstuhl ungehindert und völlig sicher bewegen kann

Schalter
An unseren neu gestalteten Schaltern können Personen im Rollstuhl ihre Beine bis unter das Ablagebord fahren. Für hörbehinderte Menschen sind sie zusätzlich mit induktiven Höranlagen ausgerüstet. Die speziell für Behinderte vorgesehenen Schalter sind entsprechend gekennzeichnet und für alle Fahrgäste leicht erkennbar.

Toiletten
Die für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität reservierten Toiletten haben einen Sitz, dessen Höhe für Personen im Rollstuhl angepasst ist sowie Haltegriffe. Die verschiedenen Bedienelemente sind ebenfalls so konzipiert, dass sie für jeden leicht erreichbar sind. In den Toilettenräumen sind Blinklichter installiert, die hörbehinderte Menschen gegebenenfalls auf Alarmsignale aufmerksam machen.