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Die dreijährige duale Ausbildung wurde gemeinsam von der Ingenieurfachschule ei.cesi und der SNCF entwickelt, insbesondere über das CNFI (Centre National de Formation à l’Infrastructure) in Nanterre. Die erste Klasse mit 20 Schülern wurde im September begrüßt. Michel Morin, Verantwortlicher der Gruppe für Kompetenzenplanung bei Infra SNCF und David Failly, Direktor der ei.cesi in Bagneux, stellen das Projekt vor. Warum haben Sie diesen neuen Ausbildungsgang geschaffen? MM: Die duale Ausbildung wird immer stärker ausgebaut, um es jungen Menschen zu ermöglichen, zu studieren und gleichzeitig einen Einblick in die Unternehmenswelt zu erhalten. Bei Infra gab es dieses Angebot bereits für junge Absolventen mit Abitur bzw. Abitur und bis zu drei Jahren Studium. Das wollten wir erweitern, damit auch Absolventen mit bis zu fünfjährigem Studium davon profitieren können. Übrigens, wenn wir einen jungen Ingenieur einstellen, müssen wir ihn in die Besonderheiten der Arbeitsvorgänge im Eisenbahnwesen einweisen. Er muss lernen, die Sicherheitsregeln für Menschen und den Verkehrsbetrieb zu beherrschen, oder spezielle technische Anforderungen erfüllen, wie etwa im Zusammenhang mit der Gleiswartung, den Signalanlagen oder der Energieversorgung der Oberleitung... Sobald sie ihren Abschluss erhalten haben, werden die 20 Auszubildenden in diesen Bereichen geschult, d. h., sie lernen, schnell Verantwortung zu übernehmen. DF: Die Ausbildung ist ein interessantes Angebot, da die jungen Leute einen Beruf erlernen und gleichzeitig dafür bezahlt werden. Sie werden mit dem Unternehmen vertraut gemacht, kennen ihre Umgebung und ihre Verpflichtungen, und eignen sich die erforderlichen Arbeitsmethoden an. Die Unternehmen hingegen können Arbeitsplätze und den Einsatz von Mitarbeitern vorausschauend planen, indem sie sich Ressourcen in Form von potenziellen Nachwuchskräften, die am besten zu ihnen passen, sichern. Wir arbeiten seit elf Jahren mit der SNCF zusammen. Dieses Projekt entspricht voll und ganz der Philosophie des Cesi: einsatzfähige und pragmatische Ingenieure ausbilden, die in der Lage sind, Einsätze zu organisieren, zu koordinieren und zu leiten. Was waren die Auswahlkriterien? Wie läuft die Ausbildung ab? DF: Unsere Teams wählten die Bewerber zunächst abhängig von ihrer Motivation und von ihren Kenntnissen aus (die meisten haben das Abitur und ein zweijähriges Studium im Bausektor oder Bauingenieurwesen absolviert). Anschließend führte die SNCF eine Auswahl nach ihren eigenen Kriterien durch. Die Teilnehmer verbringen abwechselnd einen bestimmten Zeitraum im Unternehmen (90 Wochen in drei Jahren) und im Klassenzimmer. In einem Kurs von insgesamt 250 Stunden lernen sie alles Wichtige zu den Arbeitsvorgängen im Eisenbahnwesen. Sie entdecken dabei die Besonderheiten rund um den Bau von Eisenbahnanlagen im Allgemeinen, die nicht nur bei der SNCF gelten. MM: Unsere Auswahl basierte auf Vorstellungsgesprächen, Tests und der Analyse bestimmter Qualitäten wie Eigeninitiative, die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, Organisation und Arbeitsweise, sowie Offenheit für Neues… Heute arbeiten die Auszubildenden bereits in wichtigen Eisenbahn-Betriebsstätten in ganz Frankreich. Sie haben einen Ausbildungsleiter (eine Führungskraft in dieser Betriebsstätte), der sie während der drei Jahre begleitet. Ein Ausbildungsheft ermöglicht es dem Auszubildenden und dem Ausbildungsleiter, die theoretischen Kurse im Gedächtnis zu behalten und das gelernte Wissen umzusetzen. Ziel ist es, den effizienten Knowhow-Transfer zwischen einer Führungskraft und einem jungen Auszubildenden sicherzustellen, damit die Organisationsmethoden und Arbeitsabläufe richtig erlernt werden. Wir wollen außerdem eine Gemeinschaft bilden, damit sich unter diesen 20 jungen Menschen Teamgeist entwickeln kann und damit die Zusammenarbeit zwischen allen Auszubildenden und Ausbildern von der ersten Stunde an gefördert wird. Im Laufe ihrer Ausbildung lernen die Teilnehmer auch andere Bereiche der SNCF kennen, um sich einen allgemeinen Überblick über das Unternehmen und seine Herausforderungen verschaffen zu können, und wir bereiten gerade ihre Praktika im Ausland vor, die im dritten Ausbildungsjahr anstehen. Herr Failly, wodurch zeichnet sich heute ein guter Ingenieur aus? Ein Ingenieur sollte meiner Meinung nach offen für die Veränderungen eines Unternehmens, seiner Umgebung sein. Er sollte in der Lage sein, sich anzupassen, vorausschauend zu denken und zu handeln und sich neue organisatorische, technologische oder Management-Lösungen einfallen lassen können, um ein angemessenes Verhältnis von Kosten und Einnahmen zu sichern. Heute reicht pures wissenschaftliches und technisches Wissen nicht mehr aus; ein Ingenieur muss auch Manager sein, um seine Teams motivieren und anspornen zu können, sowie ein Leader, der für Innovation sorgt und eine treibende Kraft für sein Unternehmen ist. Herr Morin, welche Vorteile bietet die SNCF einem jungen Ingenieur? Die SNCF bietet zweifelsohne zwei wichtige Dinge: vielfältige Karrieremöglichkeiten und zahlreiche Investitionsprojekte. Schon unsere Größe ist ein Pluspunkt. Allein Infra beschäftigt 53.000 Mitarbeiter in mehr als 50 verschiedenen Berufen. Je nach Motivation, Fähigkeiten und Mobilität jedes einzelnen sind ganz unterschiedliche Karrieren möglich. Die SNCF ist außerdem ein Unternehmen mit vielversprechenden Zukunftsprojekten. Das Konjunkturpaket und der Umweltgipfel 'Grenelle de l'environnement' eröffnen zahlreiche Perspektiven und es sind in den kommenden Jahren wichtige und langfristige Investitionen geplant, wobei die Ingenieure im Eisenbahnbau eine wichtige Rolle spielen werden. |
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