Forschung & Innovation

DIE KULISSEN DER ZUKUNFT

 
 

Ökomobilität?

Forschung, Umwelt

27/08/2010

Die Ökomobilität gehört zu den vier Bereichen des SNCF-Forschungsprogramms, die höchste Priorität geniessen. Drei Bereiche davon werden von disziplinübergreifenden Arbeitsgruppen übernommen.

Um als Betreiber die Einhaltung der Lärmschutzvorschriften zu garantieren, muss die SNCF den durch die Eisenbahn verursachten Lärm in den Griff bekommen. Dafür werden neue Lösungen zur Lärmreduktion entwickelt oder oder bestehende neu kombiniert. Diese Arbeiten sollen zugleich auch die Performance der Eisenbahn steigern.

Im Bereich Energie wird nach einem doppelten Ansatz geforscht: Einmal nach globalen Zielsetzungen auf den Gebieten Versorgung, Verwaltung und Energieverbrauch, und zum anderen über Probleme, die bei der täglichen Arbeit und dank der Fachkompetenz und Erfahrung der SNCF-Mitarbeiter aufgedeckt werden.

In den anderen Themenbereichen der nachhaltigen Entwicklung arbeiten wir intensiv daran, unserem eigenen Anspruch als ökologisch verantwortlich handelndes Unternehmen in vollem Umfang gerecht zu werden. Die SNCF hat sich bereits eingehend mit der Lebensdauer von Materialien und Infrastruktur beschäftigt und kann so die Auswirkungen des Systems Bahn auf die Umwelt besser beherrschen.

Die Forschungsbereiche konkret...
Um den Energieverbrauch durch Kombination verschiedener Einspeisungsmethoden zu reduzieren, gibt es ein Projekt zur Hybridisierung des rollenden Materials (auch wenn das kurzfristig nicht den TGV betrifft). Lösungen für das Managemant unterschiedlicher Einspeisungstypen, etwa Superkondensatoren oder Brennstoffzellen, werden getestet und die möglichen Energieersparnisse gemessen. Sehr langfristig könnte man sogar Züge ins Auge fassen, die wie Straßenbahnen streckenweise ohne Oberleitung fahren.
Ein anderes Versuchsprojekt: ein TER in der Region Poitou-Charentes, der zur Energiegewinnung für die Beleuchtung mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet ist.

Zur Reduzierung des Energieverbrauchs der Züge kann man schließlich auch an der Fahrweise selbst ansetzen. Es werden Rechenmodule für die Zugfahrten entwickelt, um jene Momente bestmöglich zu nutzen, in denen der Zug die größtmögliche Bewegungsenergie hat, um die erforderliche Geschwindigkeit auch ohne Einsatz des Motorenantriebs beizubehalten. Ein weiteres Forschungsprojekt befasst sich mit der Entwicklung einer interaktiven Echtzeit-Fahrhilfe, die die Verkehrslage berücksichtigt.

Im Bereich Akustik arbeitet die SNCF gemeinsam mit ihren europäischen Partnern an der Definition von Kriterien für eine Zulassung nach virtuellen Tests. Dies würde einen Fortschritt für das Zulassungsverfahren für rollendes Material bedeuten und oftmals langwierige und teure Testphasen abkürzen. Übrigens sind Forschungen im Gange, die die Auswirkung von Lärm auf den Schlaf untersuchen, um die von den Anrainern monierten Lärmbelästigungen besser zu verstehen.

Schließlich plant die SNCF zur Förderung der Bahn als ökomobile Alternative eine Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels, die aufzeigen soll, was am System Eisenbahn korrigiert werden müssen. Ebenso führt die SNCF verschiedene Optimierungsarbeiten zur Wiederverwertung von Bauteilen des rollenden Materials und anderer Einrichtungen der Bahn durch - und trägt so zur umweltgerechten Gestaltung des Bahnwesens bei.