Forschung & Innovation

DEBATTE LÄUFT

 
 

Der Energiemix machts

Energie, Umwelt

27/08/2010

Die SNCF-Forschung arbeitet in vielen Bereichen an der Reduzierung der Energiekosten und des CO2-Ausstoßes. Fahrzeuge mit Hybridantrieb sind die größten Hoffnungsträger.

Umweltfreundliches Fahren ist der erste Hebel. Die SNCF gibt 900 Millionen Euro pro Jahr für Antriebsenergie (Strom und Diesel) aus und rechnet mit einer Ersparnis von 1 % (8 Millionen KWh) durch genauere Berechnungen der wirtschaftlichsten Fahrweise im Führerstand.

Der zweite Hebel ist die Rückgewinnung der Bremsenergie. Sie deckt bereits 20 % des Antriebsbedarfs der doppelstöckigen Züge in der Ile-de-France und 6 % beim TGV Est ab. Auf den Linien mit Einphasenstrom (25.000 V) wird die Bremsenergie an die EDF-Schaltstation zurückgeschickt, bei Gleichstrom (1.500 V) sind jedoch noch zusätzliche Studien erforderlich. Die Forscher der SNCF experimentieren mit Superkondensatoren und Schwungrädern, um die Energie in Transformationslagen zu speichern und wieder an das Netz abzugeben, etwa bei Verbrauchsspitzen.

Alle Alternativenergien werden erprobt. Züge des TER fahren bereits mit B30 (einem Gemisch aus Diesel und 30 % pflanzlichem Öl) und die Forscher der SNCF interessieren sich auch für die zweite Generation der Biotreibstoffe (Biodiesel, Bioöl). Auch wenn in den Bahnhöfen Solarenergie genutzt wird, so befindet sich diese bei Zügen und Eisenbahnanlagen noch im Versuchsstadium. Die Forscher der SNCF testen in Poitou-Charentes Fotovoltaik-Kollektoren am Dach von TER-Zügen für die Stromversorgung der Beleuchtung. Auch der Wasserstoff scheint Alternative zu sein, die zu verfolgen es sich lohnt. Allerdings gibt es ihn nicht in natürlicher Form und er erfordert daher eine erhebliche Infrastruktur (Produktion, Transport, Lagerung).

Vielversprechende Erfolge werden bei Hybridantrieben erzielt. Die Nutzung eines Technologie-Cocktails und eines Energie-Mixes erscheint den Forschern der SNCF am plausibelsten. Dieses Ziel verfolgen sie deshalb auch intensiv mit dem Projekt PLATHÉE (eine Plattform für umweltschonende Hybridzüge mit niedrigem Energieverbrauch). Es kombiniert unterschiedliche Energieeinspeisung oder der Energiespeicherung mit einer intelligenten Verwaltung der Energieressourcen, um die "geeignetste" Quelle "im richtigen Moment" abzurufen und damit Verbrauch und Umweltverschmutzung zu reduzieren. Für Ende 2010 sind Tests zur Überprüfung der theoretischen Schätzungen vorgesehen. Fortsetzung folgt...