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Best of Angoulême 2010

Comicfestival ANGOULEME 2010

28/01/2010

Entdecken Sie in den TV-News auf sncf.com, den Gewinner des Preises 'Fauve Fnac-SNCF' und erleben Sie noch einmal die Höhepunkte des 37. Comicfestivals von Angoulême.

Was empfanden Sie, als man Ihnen mitteilte, dass Sie Preisträger des Fauve Fnac-SNCF, des Publikumspreises der 37. Ausgabe des Comic-Festivals, sind?
Michel Rabagliati: Die totale Überaschung! Mein Verleger hat mich aufgeweckt und ich habe meinen Ohren nicht getraut… Dass "Paul à Québec" in die 50 Bände der Sélection Officielle aufgenommen wurde, war für mich schon wunderbar. Dass ich aus der Masse der Bände, die jedes Jahr in Frankreich erscheinen, herausragen konnte, beeindruckte mich schon sehr und ich war damit eigentlich schon sehr zufrieden. Also können Sie sich vorstellen, wie mich der Fauve gefreut hat!

Abgesehen von den Stimmen der Internet-Teilnehmer - die sieben Juroren in Angoulême waren natürlich vom universellen Thema der Trauer beeindruckt…
Michel Rabagliati: Ich bringe in meine Geschichten eine emotionale Beteiligung ein, die oft sehr intim und persönlich ist. Was ich in diesem Band erzähle, ist meiner Lebensgefährtin Carole zugestoßen. So konnte ich ehrlich zu den Lesern sein, bewegende, aber auch amüsante Momente, die ebenfalls dazu gehörten, herausarbeiten. Denn das Leben geht weiter, auch wenn ein Mensch stirbt, der uns nahe steht. Die Kinder laufen und lachen, während der Tod seine Ernte hält. Ich dachte nicht, dass dieser persönliche Band so ein Publikum erreichen würde.

Was den Leser besonders berührt, ist wahrscheinlich das Gemeinsame: Die Protagonisten sind zwar aus Québec, aber was ihnen geschieht, erleben wir alle, unabhängig von Kultur und Herkunft. In diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Ihre Protagonisten der Mittelklasse entstammen, bei Comics eher ungewöhnlich.
Michel Rabagliati: Ja, meine Helden sind normale Menschen, die wattierte Hosen und Pantoffeln tragen… Für einen französischen Leser mag das seltsam sein, aber die Leute aus Québec werfen mir manchmal vor, Québec in dieser Geschichte nicht ausreichend gewürdigt zu haben. Die Handlung läuft ja in einer sehr normalen Vorstadt ab. Das könnte auch eine Vorstadt von Paris sein! Das erklärt wahrscheinlich, warum meine Bücher ins Italienische, Spanische etc. übersetzt werden. Sagt nicht der chinesische Weise: "Die Welt ist mein Garten"?

Paul ist Ihr Alter Ego, Ihr Doppelgänger in der Erzählung: Warum haben Sie ihn Paul und nicht Michel genannt?
Michel Rabagliati: Es stimmt, dass ich in der Serie Paul mein Leben erzähle, aber ich hätte es doch etwas egozentrisch gefunden, dieser Person auch noch meinen Namen zu geben. Ich wollte da ein wenig Distanz. Außerdem suchte ich nach einem unaufgeregten Vornamen... Nicht nach dem Namen eines Superhelden! Die Titel der Serie sind auch ein kleiner Wink in Richtung der Martine-Serie: Martine in der Schule, Martine am Strand, etc. Einfach ein wenig ironisch.



Zeichnung von Michel Rabagliati