Welt der Schiene

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Asiatische Impressionen

30/08/2010

Im Juni reiste Guillaume Pepy nach Japan und China. Von Zug zu Bahn und von Innovation zu Inspiration...

Japan: alles Techno
Der Jahreskongress des Internationalen Eisenbahnverbandes UIC, bei der auch die SNCF Mitglied ist, war eine willkommene Gelegenheit für Guillaume Pepy, der japanischen Eisenbahnbranche auf den Puls zu fühlen - Dazu nahm er den Zug. Verkaufs-, Kontroll- und Informationssysteme, er wollte alles sehen und erkannte sofort, wo sich die Asiaten bereits einen großen Vorsprung erarbeitet haben: in der Einbindung neuer Technologien in das Transportwesen. Beispiele: die berührungslose Karte (vom Typ Navigo-Pass), mit der man im Bahnhof oder an Bord alles kaufen kann (Kaffee, Zeitung ...), codegeschützte Gepäckschlösser auf den Bahnsteigen, oder auch drehbare Stühle. Ideen, die sich auch einmal in einem TGV finden könnten.

China mit Höchstgeschwindigkeit
Als einfacher Tourist hat der Präsident der SNCF den neuen Hochgeschwindigkeitszug getestet und aus der Größe der Bahnhöfe auf das zu erwartende Verkehrsaufkommen geschlossen. Der von Kanton etwa verfügt bereits über 6 der geplanten 28 Gleise. China ist ein Markt, den die SNCF gut kennt. Ihre Tochtergesellschaft Arep hat bereits 3 große Bahnhöfe gebaut, darunter den von Shanghai, und liegt auch bei laufenden Projekten gut im Rennen. Der Boom der Hochgeschwindigkeitszüge in China bringt zum Träumen. Im Jahr 2008 eröffnete das Land seine erste Hochgeschwindigkeitsstrecke (Peking-Kanton). Ein Jahr danach verband bereits eine zweite Strecke Wuhan mit Kanton, das entspricht etwa der Distanz Lille-Marseille. Am 1. Juli 2010 flog der Zug mit 350 km/h auf der 301 Kilometer langen Verbindung Shanghai-Nanking dahin. Inzwischen hat das Land nahezu 4.000 km Hochgeschwindigkeitsstrecken und wird noch vor Ende 2010 über das längste Netz der Welt sowie bis 2015 über den größten Park an Zuggarnituren verfügen und peilt bis zum Jahr 2020 insgesamt 50.000 km Hochgeschwindigkeitsstrecken mit einem Investitionsvolumen von 400 Milliarden Euro an.