Foto Banner oben: Alstom_Coradia Polyvalent pour Regiolis

Wasserstoffzug: erste Bestellung erteilt

Es ist eine Premiere in Frankreich. Vier Regionen haben für ihren Regionalzug TER Dual-Mode-Züge bestellt, die mit Strom und Wasserstoff betrieben werden. Ein wichtiger Schritt, um die Bahn umweltfreundlicher und klimaneutral zu machen.

Lesedauer 5. Min.

Es ist das Ergebnis von vielen Monaten Arbeit. Die ersten Régiolis Wasserstoffzüge sind offiziell beim Hersteller Alstom bestellt worden. Vier Pionierregionen sind dabei vorangegangen: Bourgogne-Franche-Comté, Grand Est, Auvergne Rhône-Alpes und Okzitanien.

Der Start der Wasserstoffzüge ist ein konkretes Ergebnis unserer Investitionen in kohlenstofffreie Technologien. Sie sollen mittelfristig alle Diesellokomotiven und Triebwagen des Regionalzuges TER ersetzen, die auf den nicht elektrifizierten Teilen des Netzes fahren. Diesel macht immer noch 26 % der von TER verbrauchten Energie aus und ist für 61 % der CO2-Emissionen verantwortlich.

Schon seit einigen Jahren arbeitet SNCF mit den Zugherstellern zusammen, um immer umweltfreundlichere TER-Züge zu entwickeln. Die kommerzielle Einführung von 12 bis 14 wasserstoffbetriebenen Zügen, die für Ende 2025 geplant ist, ist ein wichtiger Teil dieses Engagements.

  • 14

    Régiolis Wasserstoffzüge bestellt

  • 231

    Millionen Euro, das sind die Gesamtkosten des Projekts

SNCF s’engage - le train à hydrogène

Ehrgeizige Projekte in der Provinz

Einer der Hauptvorteile des Wasserstoffzuges ist seine Autonomie, die seinen Einsatz auf nicht-elektrifizierten Strecken ermöglicht.

Die 14 neuen Wasserstoffzüge werden wie folgt verteilt:

  • 3 Garnituren sind für die Region Auvergne-Rhône-Alpes vorgesehen, auf der Strecke Moulins - Clermont-Ferrand - Brioude und auf der Strecke Lyon - Roanne - Clermont-Ferrand.
  • 3 Zuggarnituren werden in der Region Bourgogne-Franche-Comté auf den Strecken Dijon - Laroche-Migennes - Auxerre - Avallon und Dijon - Laroche-Migennes - Auxerre – Corbigny verkehren.
  • 3 Züge werden in der Region Okzitanien auf der Strecke Toulouse – Montréjeau – Luchon fahren.
  • 3 Zuggarnituren (plus 2 weitere als Option) sind auf der elsässischen Strecke Mulhouse - Thann - Kruth in der Region Grand-Est geplant.

Die ersten Testfahrten der Wasserstoff-TERs sind für Ende 2023, Anfang 2024 geplant.

Wasserstoff wird eine der konkreten Antworten des SNCF-Konzerns, um die Energiewende in den französischen Regionen erfolgreich zu meistern.

Christophe Fanichet, CEO von SNCF Voyageurs

Wie funktioniert der Wasserstoffzug?

Bei dieser Technologie werden die traditionellen Dieselmotoren durch Brennstoffzellen, Wasserstofftanks und Batterien für einen Antrieb ohne Treibhausgasemissionen ersetzt.

Der in den Tanks gespeicherte Wasserstoff wird in der Brennstoffzelle auf dem Dach des Zuges mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft vermischt, um Strom zu gewinnen. Diese Mischung erzeugt den Strom, der zum Antrieb des Zuges benötigt wird. Dieser Strom wird dann in den Batterien zwischengespeichert und zum Antrieb des Zuges verwendet. Das einzige Abfallprodukt bei dieser Reaktion ist Wasser.

In seiner Dual-Mode-Version wird der Wasserstoff-Zug bis zu 600 Kilometer weit fahren und dabei 220 Passagiere mit 160 km/h befördern können.

Sie teilen sich die Investitionen

  • 215

    Mio. Euro werden von den französischen Regionen investiert

  • 8

    Mio. Euro bringt SNCF ein

  • 8

    Mio. Euro kommen von Alstom

  • 47

    Mio. Euro steuert der französische Staat als Zuschuss für die Regionen bei

Volles Engagement von SNCF für die Energiewende

Indem wir uns für erneuerbare und verantwortliche Energien einsetzen, wollen wir unsere Energieeffizienz bis 2025 um 20% verbessern und unsere Treibhausgasemissionen um 25% reduzieren.

Dabei bedient sich unser Konzern verschiedener Hebel:

  • Energieeffizienz: Ausstattung unserer Lokomotiven mit Energiezählern, Unterstützung des Fahrers bei der Optimierung seines Fahrverhaltens, Motivation unserer Mitarbeiter über eine eigens dafür geschaffene Plattform, Energie zu sparen.
  • Ökologisierung und Dekarbonisierung: Installation von Photovoltaikmodulen an unseren Standorten, Hybridisierung der TER Regionalzüge, Einsatz von Biokraftstoffen, Indienststellung des Wasserstoffzuges.
  • Saubere Mobilität: Förderung der Eisenbahn-Nutzung durch den permanenten Hinweis darauf, dass sie das umweltfreundlichste Transportmittel in Frankreich ist, denn die Züge verursachen nur 0,4 % der Treibhausgasemissionen in der Transportbranche.