Foto Banner oben: Alex Profit

Wie funktioniert die Geolokalisierung von Zügen?

Damit Sie unsere Züge in Echtzeit verfolgen können, bieten wir Ihnen den Dienst SNCF Maps, der auf sncf.com und in der App SNCF Assistent zur Verfügung steht. Dabei kommt eine ganze Reihe von Hi-Tech-Werkzeugen zum Einsatz.

Verfolgen Sie unsere Züge in Echtzeit

Veröffentlicht am

Lesedauer 5. Min.

Wenn einer unserer Züge in Frankreich unterwegs ist, können Sie seine genaue Position auf drei Arten ermitteln:

  • Indem Sie auf unserer Website in der Rubrik „Itinéraires & Réservation“ (Routen & Buchung) auf die Seite „Nos trains en temps réel“ (Unsere Züge in Echtzeit) gehen
  • Wenn Sie in einem TGV INOUI zum Dienst „Internet à bord“ (Internet an Bord) gehen

Die von unserem Dienst SNCF Maps zusammengestellten Daten ermöglichen die sehr präzise Lokalisierung eines Zuges. Das Ziel? Schaffung eines „Flightradar“, mit dem Sie den Zugverkehr in Echtzeit verfolgen können, wie dies beispielsweise auch bei Langstreckenflügen möglich ist.

Obwohl die Geolokalisierung für viele Eisenbahnaktivitäten innerhalb des Konzerns verwendet wird, ist SNCF Maps, das zusammen mit der Firma HaCon entwickelt wurde, ein Werkzeug, das vor allem auch allen Fahrgästen zur Verfügung steht.

Zum Service SNCF Maps gehen

Ein Bündel von Technologien

Um Ihnen ein solch hohes Maß an Präzision bei der Geolokalisierung bieten zu können, sind mehrere Systeme in SNCF Maps kombiniert:

  • die Kartographie
  • der Standort des Zuges
  • die genaue Route des Zuges

Jeder dieser drei Bausteine basiert auf unterschiedlichen Technologien und unterschiedlicher Software und stützt sich auf Server, die miteinander kommunizieren und Daten aus verschiedenen Quellen abrufen und zusammenfügen.

Wie wir den genauen Standort der Züge ermitteln

Um den genauen Standort eines Zuges zu kennen, eine entscheidende Information für die Geolokalisierung, nutzen wir die App Géomobiles. Damit werden die Positionen aller SNCF-Züge zusammengefasst – seien es TGV und TGV INOUI, TER, INTERCITIES oder auch OUIGO.

Auch die App Géomobiles stützt sich auf sehr unterschiedliche Systeme, die mit verschiedenen Modems, Software und Herstellern kommunizieren. Trotz dieser Vielfalt an Quellen – die Magie der Technik – fließen alle Informationen in einer einzigen Datenbank zusammen, die unseren Dienst SNCF Maps speist.

  • 10

    Millionen Daten werden täglich an Géomobiles übermittelt

  • 15.000 Bahnfahrten werden jeden Tag abgewickelt

Sensoren an der Infrastruktur, aber auch in und auf den Zügen

Um nie den Kontakt mit den fahrenden Zügen zu verlieren, zentralisiert Géomobiles die von verschiedenen Sensoren gesammelten Informationen von:

  • den streckenseitigen Balisen „Bréhat“, das sind Baken, die an den Gleisen im Netz platziert sind und vom Zug bei der Vorbeifahrt ausgelöst werden
  • GPS-Baken „GPS Trains“, die auf den Dächern der Züge montiert sind und die Daten für die Positionierung via Satelliten liefern
  • Tablet-PCs „Sirius“, mit denen die Triebwagenführer ausgerüstet sind und die durch regelmäßiges Aussenden von Signalen die Ortung der Züge ebenfalls ermöglichen.

„Bréhat“-Baken, die „historische“ Referenz

Die „Bréhat“-Baken, die über alle Gleise im französischen Eisenbahnnetz verteilt sind, werden seit mehreren Jahrzehnten für das Verkehrsmanagement eingesetzt und stellen die gesetzliche Grundlage dar.

Wenn ein Zug Verspätung hat, sind die von diesem „historischen“ System übermittelten Informationen der gültige Beweis. Denn es ist notwendig, dass die Standortdaten nicht vom Netzbetreiber, sondern von der neutralen Netzinfrastruktur generiert werden.

Aus diesem Grund haben die von Géomobiles gelieferten Standortdaten, die aus zahlreichen Quellen stammen, keine rechtliche Verbindlichkeit. Sie werden Ihnen ausschließlich zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt.

Warum wir „kalte“ und „heiße“ Daten verwenden

Ein verlässlicher Überblick über den Zugverkehr

Für die Anzeige der fahrenden Züge und eventueller Störungen verwenden wir sowohl die Informationen des Transportplans als auch die von Géomobiles gesammelten Daten.

Beispiel: Ein Zug soll den Bahnhof Paris-Nord um 9h16 verlassen und um 10h22 im Bahnhof Lille-Flandres ankommen. Das sind die „kalten“, also theoretischen Daten des Transportplans.

SNCF Maps vergleicht diese Informationen mit den Geolokalisierungsdaten des Zuges, die von Géomobiles übermittelt werden. Durch diesen Abgleich kann unser System feststellen, ob es eine Störung, z.B. eine Verzögerung, oder einen zusätzlichen, nicht geplanten Halt gibt. Diese Informationen werden dann öffentlich angezeigt, um Ihnen die fahrenden Züge und eventuelle Störungen bekanntzugeben.

Die Bestimmung der genauen Route des Zuges

Damit Sie auf SNCF Maps die Route eines Zuges auf der Karte beobachten können, verwenden wir auch hier die Daten von Géomobiles.

Eine Zugstrecke ist alles andere als eine gerade Linie, wie man sie auf einem GPS sehen kann. Ihre genaue Berechnung hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. dem verwendeten rollenden Material, den Schienen oder der befahrenen Trasse1.

Auch in diesem Fall wird SNCF Maps alle „kalten“ Informationen, die der Netzbetreiber liefert, mit Echtzeitdaten vergleichen. Auf diese Weise kann Ihnen das System eine sehr genaue Route liefern.

Wenn Sie sich z.B. in einem TGV INOUI mit dem Wifi-Portal verbinden, können Sie die Route des Zuges live auf einer Karte von Frankreich verfolgen.

Mehr erfahren über das Wifi-Portal von TGV INOUI

Wie wurde das früher gemacht?

Vor der Einführung der Digitaltechnik gaben die Fahrdienstleiter den Standort der Züge durch, damit der Verkehr auf den Strecken gesteuert werden konnte. Sie waren die einzigen, die Informationen über den Standort der Züge hatten.

Jeder Fahrdienstleiter war dafür verantwortlich, die Zeit- und Standortinformationen für die Ortung der Züge zu zentralisieren und diese Informationen dann telefonisch an die Bahnhofsvorstände weiterzuleiten.

Noch weit entfernt von den Computerprogrammen, mit denen sie heute ausgestattet sind, arbeiteten die Fahrdienstleiter mit Verkehrsgrafiken auf Papierblättern, auf denen sie Linien mit einem Lineal einzeichneten.

1 Eine Zugtrasse ist definiert als die Infrastrukturkapazität, die erforderlich ist, um einen Zug auf einer bestimmten Strecke zu einem bestimmten Fahrplan zu bewegen. Mit anderen Worten, es handelt sich um das Zeitfenster, in dem eine bestimmte Infrastruktur einem Zug zwischen zwei Punkten des Eisenbahnnetzes zur Verfügung gestellt wird.