Stöbern Sie in zweihundert Jahren Eisenbahn-Gedächtnis.

Aktualisiert am

Die Anfänge der Eisenbahn

Die erste französische Eisenbahnstrecke? Sie wurde 1827 in Dienst gestellt. Sie war 21 km lang und diente dem Transport von Kohle aus den Bergwerken von Saint-Étienne bis zur Loire. Es war die erste Pferdebahn des europäischen Kontinents. Erst zehn Jahre später, 1837, wird der erste Personentransport in Betrieb genommen. Die Eisenbahnrevolution hat begonnen!

Die Privatbahnen erleben ein beispielloses Wachstum: Monumentale Bahnhöfe und Tunnel- und Brückenbauwerke verändern die französische Landschaft nachhaltig. Um den zahlreichen Streckeneröffnungen und dem kontinuierlichen und rasanten Zuwachs bei den Fahrgästen mit dem damit verbundenen Aufkommen des Tourismus gerecht zu werden, werden auch immer komfortablere Züge gebaut. Und manchmal sogar sehr luxuriöse – wie der Orient-Express.

Die harte Probe 1914-18

Der Erste Weltkrieg bricht aus. Menschen und Maschinen werden mobilisiert und für den Truppentransport eingesetzt. Aber dahinter sind die Eisenbahngesellschaften mit einem gravierenden Mangel an Arbeitskräften für die Instandhaltung der Infrastruktur konfrontiert. Sie rekrutierten neue Mitarbeiter, darunter Kriegsgefangene und auch Tausende Frauen. Nach dem Krieg startet das französische Infrastruktur-Ministerium einen umfassenden Plan zur Elektrifizierung der Eisenbahnnetze.

Die Gründung von SNCF

Gemäß einem Dekret von 1937 wurden zum 1. Januar 1938 die fünf wichtigsten Eisenbahngesellschaften des Landes fusioniert und damit die Société Nationale des Chemins de Fer Français offiziell ins Leben gerufen. Im französischen Netz arbeiten in dieser Zeit 515.000 Eisenbahner auf 42.700 km Schienenstrecken.

Kurz darauf wird der Krieg erklärt, Nazi-Deutschland fällt in Frankreich ein. Die Waffenstillstandsvereinbarung vom 22. Juni 1940 sieht die „vollständige und umfassende“ Bereitstellung der französischen Eisenbahnen für die deutsche Besatzungsmacht vor. So verlangt die Verkehrsdirektion der Wehrmacht die Anwesenheit deutscher Eisenbahner, um den Betrieb des Eisenbahnnetzes durch ihre französischen Kollegen zu überwachen. Ab 1942 nutzt sie das französische Schienennetz auch für die Deportation von Juden aus Frankreich. Die vom Besatzer auferlegten Bedingungen stoßen auf große Ablehnung bei den Eisenbahnern, die ihren Widerstand tagtäglich durch Streiks und Widerstandsaktionen zum Ausdruck bringen. Einige von ihnen schließen sich dem bewaffneten Kampf in der Résistance an, mit Sabotageakten und Geheimdiensttätigkeit.

Wiederaufbau und Hochgeschwindigkeit

Im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem Krieg ist die Sanierung und Elektrifizierung des Schienennetzes, das 20 % seiner gesamten Ressourcen verloren hat, eine der Prioritäten der Regierung. Auch neue Lehrlinge müssen ausgebildet werden, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken. Und die Reisegeschwindigkeit der Züge muss vor allem durch die Arbeit am Rad/Schiene-System verbessert werden. 1967 startet SNCF mit dem Capitole einen Hochgeschwindigkeitszug, der bis zu 200 km/h erreicht.

Im Jahr 1974 wird das Projekt „Hochgeschwindigkeitszug“ offiziell gestartet. Nach mehrjährigen Tests schlägt der TGV Geschwindigkeitsweltrekorde und erreicht im Jahr 1981 sogar 380 km/. Eine zweite Etappe ist die Einweihung des TGV Atlantique im Jahr 1989, der auf eine Reisegeschwindigkeit von 300 km/h im kommerziellen Einsatz ausgelegt ist. Der Eurostar wird 1994 in Betrieb genommen, Thalys und TGV Duplex zwei Jahre später.

Gleichzeitig werden als Reaktion auf die Dezentralisierungspolitik Regionalexpresszüge (TER) und moderne Corail-Wagen in Betrieb genommen, um das französische Territorium besser zu bedienen. Nach und nach versucht SNCF, den Bedürfnissen ihrer verschiedenen Kundensegmente besser gerecht zu werden, indem sie mehr Dienstleistungen anbietet: Kinderbereiche, Gastronomieangebote usw. Diese neuen Services werden im Rahmen großer Kampagnen beworben.

Von 1827 bis heute: Entdecken Sie das audiovisuelle Fresko des INA

Entdecken Sie die Höhepunkte der Geschichte der Eisenbahn und der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF in Bildern mit diesem audiovisuellen Fresko, das in Zusammenarbeit mit dem Institut National de l'Audiovisuel (INA) entstanden ist.

Zwei außergewöhnliche Archivbestände, vor allem der des Ina (Institut National de l'Audiovisuel), aber auch der SNCF-Mediathek haben sich zusammengeschlossen, um dieses historische Fresko zu schaffen.

Das Ergebnis des Zusammentreffens dieser beiden Akteure der öffentlichen Archive ist von unglaublichem Reichtum: Zögern Sie nicht, durch die Zeit zu reisen.

Das audiovisuelle Fresko des INA