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Eine Schienenautobahn im Dienst der Umwelt

Die Schienenautobahn zwischen Calais und Turin ist seit Ende 2018 geöffnet. Mit einer Zielmarke von 31.000 beförderten LKW jährlich trägt die Eisenbahn zur Entlastung des Straßenverkehrs und zur Bekämpfung der Treibhausgas-Emissionen bei.

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Bis zu zwei Hin- und Rückfahrten täglich

Die vierte französische Schienenautobahn wurde am 6. November 2018 in Calais im Beisein der Transportministerin Élisabeth Borne, des SNCF-Vorstandsvorsitzenden Guillaume Pepy, der Direktorin für den Schienen- und multimodalen Gütertransport (SNCF Logistics) Sylvie Charles und des Geschäftsführers der SNCF-Tochtergesellschaft VIIA Thierry Le Guilloux in Betrieb genommen.

Auf dieser 1.150 km langen Eisenbahnstrecke werden Sattelaufleger ohne Zugmaschinen befördert – rund 40 pro Zug, die innerhalb von 18 Stunden zu ihrem Ziel gebracht werden.

Zunächst sind wöchentlich drei Hin- und Rückfahrtenfahrten zwischen dem französischen Hafen und der Hauptstadt des Piemont geplant, aber die Strecke ist auf zwei Hin- und Rückfahrten pro Tag ausgelegt. Auch nach Großbritannien wird ein direkter Anschluss mit Fährverbindungen angeboten.

Video : Lancement de l'autoroute ferroviaire Calais-Turin Orbassano

Spürbare Vorteile für die Umwelt

Die Schienenautobahn Calais-Turin ist von besonderem ökologischem Interesse: Für jeden auf der Schiene transportierten LKW werden 1,2 Tonnen CO2 nicht in die Atmosphäre abgegeben. Über ein Jahr entspricht das einer Einsparung von 37.200 Tonnen CO2.

Die Verlagerung eines Teils des Schwerlastverkehrs von der Straße auf die Schiene ist Teil der im Jahr 2009 von der überparteilichen französischen Umweltinitiative Grenelle de l'Environnement beschlossenen Politik zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Transportwesen.

Die Mission von VIIA

Die französischen Schienenautobahnen, die von der SNCF-Tochter VIIA betrieben werden, sind Dienstleistungen, die es  Straßenspediteuren ermöglichen, ihre mit Gütern beladenen Sattelaufleger direkt auf Eisenbahnwaggons transportieren zu lassen. Diese Waggons sind so gebaut, dass sie jeden Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 30 Tonnen tragen können. Dafür ist auch keine teure Spezialausrüstung erforderlich, weil die Sattelzüge beim Beladen horizontal auf die Waggons gerollt werden.

Diese Art des Gütertransports auf der Schiene wird hauptsächlich eingesetzt, um natürliche Hindernisse zu umfahren und den Lkw-Verkehr auf überlasteten Strecken zu verringern.

Im Jahr 2017 hat VIIA 106.747 Einheiten (Sattelaufleger, Wechselaufbauten oder Container) befördert und dadurch 75.000 CO2-Emissionen eingespart.

37.200 Tonnen CO2 jährlich eingespart

Bereits drei Strecken in Betrieb

In Frankreich betreibt VIIA bisher bereits drei Schienenautobahnen:

  • zwischen Aiton (Chambéry) und Orbassano (Turin)
  • zwischen Le Boulou (Perpignan) und Bettemburg (in Luxemburg)
  • zwischen Calais und Perpignan