Foto Banner oben: Yann Audic / SNCF

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Ein Bahnhof in Schiffsform in Lorient

Seine Architektur nimmt Bezug auf die Seefahrertradition der Stadt und lädt zum Verreisen ein. Rundgang im neuen Bahnhof Lorient Bretagne Sud, einer außergewöhnlichen Anlegestelle für Züge.

Neue Linie, neuer Bahnhof

Der Vorplatz, bemerkenswert wegen seiner aufwändigen Gestaltung und dem Raum, der den verschiedenen Mobilitäten eingeräumt wird, wurde im vergangenen September seiner Bestimmung übergeben. Damit ist der Bahnhof zum Eingangstor für das Quartier Lorient Odyssée geworden, einem anspruchsvollen Projekt urbaner Erneuerung, bei dem sich auf mehr als 15 Hektar Läden, Büros und Wohnungen harmonisch mischen werden. 

Die Verlängerung der HGV-Strecke bis in die Bretagne hat somit auch großen Einfluss auf die Hafenstadt im Département Morbihan. Dadurch, dass  Lorient nunmehr in 3 nur Stunden von Paris aus mit dem TGV INOUI zu erreichen ist, hat sich auch der regionale TER-Verkehr erhöht.

Um dem neuen Fahrgastaufkommen gerecht zu werden und den Bahnhof als wichtigen öffentlichen Raum zu positionieren, wurde das gesamte Eisenbahnareal neu gestaltet. Das Ergebnis ist unter anderem ein beispielloses architektonisches Meisterwerk, das sich vollständig an der maritimen Geschichte der Seefahrerstadt inspiriert hat.

Schon für 2020 werden über 2 Millionen Fahrgäste erwartet

Ein Thunfischerboot als Vorlage

Für diese Stadt mit ihren fünf Häfen wurde ein „Thonier“, das für die Ile de Groix typische Fischerboot, als Modell für das Bahngebäude genommen. Es besteht vollständig aus Holz, ist 12 Meter hoch und von den Bahnsteigen aus über eine große Fußgängerbrücke zu erreichen, die auch das Quartier Kerentrech an das Stadtzentrum anbindet.

  • Ein völlig neu gestaltetes Eisenbahnareal.

  • Der neue Vorplatz wurde im September 2018 eingeweiht.

  • Eine Struktur, die hauptsächlich von 23 Holzstützen getragen wird, die zwischen 12 und 19 Metern hoch sind.

  • Vom Bahnhof Lorient aus werden hauptsächlich Paris, Rennes und Quimper bedient, aber auch das gesamte regionale bretonische Streckennetz.

  • Als Hommage an die von Steinen geprägte Landschaft der Region wird die Südfassade des Bahnhofsgebäudes durch Sonnenblenden aus Beton geschützt.

  • Die Holzböden der Gänge und Übergänge erinnern an die Decks von Schiffen.

  • Ein neuer Bahnhof, drei Stunden von Paris entfernt.

  • Glaswände sorgen für Licht und Transparenz und erhöhen dadurch Komfort und Sicherheit.

  • Ein Bahnhof, der pro Jahr 2,5 Mio. Fahrgäste bewältigen kann.

  • Holz ist das bevorzugte Baumaterial. Es erinnert an die Seefahrt und ist ökologisch, nachhaltig und abheimelnd.

  • Die vollverglaste Nordfassade öffnet den Reisenden einen Panoramablick auf die Stadt.

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Der Vorplatz im Mittelpunkt

Der Vorplatz des Bahnhofs erstreckt sich über 6.000 m2 und wurde zusammen mit einem Landschaftsgärtner konzipiert, um an die früheren, langen Seereisen zu erinnern: exotische Pflanzen, die in Wellenform angeordnet sind etc. Als Schnittpunkt der Mobilitäten erreicht man vom Place François Mitterrand und seinen fünf Grünflächen aus nicht nur Züge, sondern auch Stadt- und Fernbusse oder Autos und Fahrräder. Der „Parvis“ will aber auch Lebensraum sein und bietet ein Hotel, eine Mediathek und eine Vielzahl von Geschäften.

Ein preisgekröntes Bauwerk

Der neue, Bahnhof Lorient Bretagne Sud, ein einzigartiges architektonisches Meisterwerk, das von SNCF Gares & Connexions und dem SNCF-Planungsbüro Arep geschaffen worden ist, hat im Jahr 2018 eine ganze Reihe von Preisen erhalten, darunter:

  • Silver Mention des Design Award 2018, Los Angeles
  • Preis für das beste öffentliche Gebäude der französischen Trophées de la Construction 2018
  • The Plan Award 2018

Video : La gare de Lorient, comme un navire