Foto Banner oben: Sebastien Morales / SNCF

Plan „Grand Froid“: SNCF rüstet sich für den Winter

Starke Schneefälle in Verbindung mit niedrigen Temperaturen haben erhebliche Auswirkungen auf die Bahn und können zu Verspätungen oder gar Betriebsausfällen führen. Um diesen Störungen vorzubeugen, wenn der Winter naht, aktiviert SNCF den Plan „Grand Froid“, um Ihnen in aller Sicherheit die besten Reisebedingungen zu bieten.

Die Infrastrukturen schützen

Bei Schneefällen kann die Ansammlung von Eis die Infrastruktur beschädigen und zu Verzögerungen führen. Aus diesem Grund wurden im Rahmen des Plans „Grand Froid“ (Kältewelle) mehrere Maßnahmen umgesetzt:

  • alle Weichenheizungen wurden in Betrieb genommen: Sie verhindern die Vereisung der Weichen und sorgen für einen reibungslosen Zugverkehr
  • alle 47 Schneepflüge (darunter acht schwere Schneeräumfahrzeuge, 32 Räumwagen und 7 Draisinen mit Schneepflügen) wurden überholt, getestet und in Risikobereichen vorpositioniert, um bei starkem Schneefall, der die Gleise blockiert, schnellstmöglich eingreifen zu können.
  • Zur Enteisung der Oberleitungen und zur Verhinderung von Eisansammlungen (Ursache für den Ausfall von Strecken) setzen wir elektrische Heizkreise ein, für den Winter 2020/2021 sind 15 Züge, sogenannte „Racleurs“ (Abstreifer) mit Kupfer-Schleifbändern an den Stromabnehmern bereitgestellt, und nicht zuletzt testen wir auf der Strecke Brive/Toulouse ein System zur Verhinderung von Vereisung, indem wir ein Produkt auftragen, das das Anhaften von Eis am Fahrdraht verhindert (dieses Produkt wird innerhalb von 28 Tagen zu 95% biologisch abgebaut).

Plan Grand Froid

Projekte und Innovationen

Eine technische Arbeitsgruppe befasst sich mit dem eventuellen Ersatz der schweren Schneeräumgeräte bis 2028-2029.

Das Material schützen

Da die durch den Sog der Züge aufgewirbelten Schnee- und Eisblöcke wie Geschosse wirken und Fensterscheiben zerbrechen oder sich sogar auf wesentlichen Teilen der Züge ablagern können, hat SNCF eine ganze Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Ausrüstung ergriffen:

  • Anbringen von Schutzhüllen oder Aufbringen von Frostschutzmittel an empfindlichen Teilen (Türen, Aufhängungen, Zugfahrwerke usw.), um die Bildung von Eisblöcken zu verhindern
  • schnellere Reparatur von Glasbruch in viel kürzerer Zeit
  • Absenkung der Geschwindigkeit auf 220 oder sogar 160 km/h bei TGV und auf 120 km/h bei Intercités und TER bei Unwetter oder Temperatursturz
  • Einsatz von mobilen Reparaturteams im gesamten Netz, die Glasbruch oder durch Leitungseinschläge beschädigtes Material reparieren
  • Anwendung im Wartungszentrum Technicentre Est-Européen eines Frostschutzmittels (Kill Frost), das auf die Seitenschweller der TGV-Züge gesprüht wird, um zu verhindern, dass Schnee haften bleibt

Schneeräumung in den Bahnhöfen

Im Winter können Schnee und Eis zu Zugverspätungen führen und den Zugang zu den Bahnsteigen erschweren. Um den Komfort und die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten, ist eine frühzeitige Schneeräumung unerlässlich.

Schneeräumung auf den Schienen

SNCF verfügt über 47 Schneepflüge, die gewartet und getestet und dann bereits vorab in gefährdeten Bereichen positioniert werden.

Eisbildung an den Oberleitungen kann den Stromdurchfluss verhindern und manche Leitungen sogar ganz lahmlegen.

SNCF setzt einen sogenannten „Racleur“-Zug und elektrische Enteisungsanlagen ein.

Schneeräumung auf den Bahnsteigen

Bei Schnee oder Eis kann der Zugang zu den Bahnsteigen gefährlich oder sogar unmöglich sein. Für die Schneeräumung und Salzung im gesamten Streckennetz setzt SNCF eigenes Personal ein und schließt außerdem Verträge mit Dienstleistern ab.

Im Jahr 2018 wurden 3 Mio. Euro für die Schnee- und Eisbeseitigung auf den Bahnsteigen ausgegeben: Arbeitskräfte, Produkte und Ausrüstung für die Schneeräumung (Salz, Sand, Schaufeln, Besen, Handschuhe, Schutzbrillen). Bei Schneefall werden mehrere hundert Bahnmitarbeiter mobilisiert, um die Gleise und Bahnsteige vom Schnee zu befreien, damit die Züge weiterfahren und unsere Kunden sicher befördert werden können.

Bei Transilien wird das Produkt „Fonglaslik“ für die Enteisung der Bahnsteige verwendet. Diese Flüssigkeit wird mit einem Sprühgerät ausgebracht. Nachdem 2017 Tests auf den RER-Linien D und R überzeugend verliefen, wird das Mittel auch in diesem Jahr eingesetzt.

Fahrgast-Information

Im Winter können starke Schneefälle dazu führen, dass SNCF-Züge Verspätung haben oder ganz ausfallen. In jedem Fall werden Sie über eine ganze Reihe von speziellen Informationskanälen auf dem Laufenden gehalten: den Winterverkehrsservice „Info Trafic Neige“, Flyer „Perturbations Neige“ (Winterstörungen) oder „Alerte Météo France“, E-Mail-/SMS-Warnungen, Durchsagen an Bord usw.

Bei Ausnahmesituationen werden die Fahrpläne der verkehrenden Züge in den Bahnhof bekanntgegeben und Warnungen per E-Mail oder SMS an Kunden gesendet, die ihre Kontaktdaten hinterlassen haben. Alle Änderungen in den Transport- und Fahrplänen werden in Echtzeit auf der App Assistant SNCF (SNCF-Assistent) aktualisiert.

Für den Fall von Problemen bei der Beförderung der Passagiere in die Vororte der Metropolregion Île-de-France oder in großen regionalen Ballungsräumen wurden mehr als 50 so genannte „Anlaufbahnhöfe“ eingerichtet. Sie verfügen über ausreichend Vorräte, um die Fahrgäste zu versorgen (Wasserflaschen, Mahlzeiten, Decken, Nachtsets usw.).

Um ihrer Verantwortung für ihre Fahrgäste gerecht zu werden, wird SNCF immer darauf achten, keinen Zug abfahren zu lassen, wenn der Meteorologie-Dienstleister vor einem erheblichen Wetterrisiko warnt.

Bei extremen Störungen kann der Konzern durch Vereinbarungen mit den Präfekturen, dem Katastrophenschutz, dem Roten Kreuz oder dem SDIS (Service Départemental d’Incendie et de Secours – entspricht dem deutschen Technischen Hilfswerk) nach Bedarf auch externe Hilfe hinzuziehen.