Erste HGV-Strecke Afrikas in Marokko eröffnet

Am 15. November 2018 wurde in Marokko die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Afrikas von König Mohammed VI. im Beisein des französischen Staatpräsidenten Präsident Emmanuel Macron und des Vorstandsvorsitzenden von SNCF, Guillaume Pepy, eingeweiht.

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Von Casablanca via Rabat nach Tanger

Die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke des Kontinents, die jetzt in Marokko Casablanca mit Tanger in nur 2h10 statt bisher 4h45 verbindet, ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Eisenbahn in Afrika.

Der neue Eisenbahndienst trägt den Handelsnamen „Al Boraq“, in Anlehnung an ein Fabelwesen aus der islamischen Tradition, ein geflügeltes Pferd.

Zwölf Garnituren des Duplex-TGV Alstom 2N2 fahren bereits mit einer Reisegeschwindigkeit von 320 km/h auf dieser neuen Stecke. Am 4. Mai 2018 hatte ein marokkanischer Zugführer zwischen Tanger und Kenitra den heute gültige Geschwindigkeitsrekord von 357 km/h aufgestellt.

357 km/h, afrikanischer Geschwindigkeitsrekord

Le Maroc à l’ère de la grande vitesse

Zusammenarbeit von Anfang bis Ende

Der im Jahr 2007 unterzeichnete Vertrag zwischen Marokko und Frankreich war der Start einer strategischen Partnerschaft, die sich über das gesamte Projekt erstreckte:

  • Planung
  • Bau
  • Betrieb
  • Instandhaltung der Strecke

Bereits ab 2009 begleitete daher ein Expertenteam von SNCF die staatliche marokkanische Eisenbahn (ONCF) bei jedem Bauabschnitt und bei allen technischen Einzelheiten der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke.

Alle Kennzahlen der HGV-Strecke in Marokko

2011 Offizieller Baustart der HGV-Strecke in Marokko

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe

In allen wichtigen Tätigkeitsbereichen wurden SNCF/ONCF-Paare gebildet, um die Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten mit dem spezifischen Know-how bei Hochgeschwindigkeitsstrecken effektiv zu verbinden.

Heute erstreckt sich diese Partnerschaft hauptsächlich auf die Ausbildung – bereits im Jahr 2015 wurde das Ausbildungszentrum Institut de Formation Ferroviaire (IFF) gemeinsam in Rabat gegründet, aber auch auf technische Unterstützung und Wartung. In diesem Bereich wird SNCF Réseau das ONCF mindestens zwei Jahre lang begleiten

Mehr erfahren über das IFF (in Frz.)

Wörtlich genommen

„Die neue Strecke spiegelt die Herausforderungen unserer Zeit wider. Unsere bilateralen Beziehungen mit dem ONCF stehen für die technologische Leistungsfähigkeit und den Erfolg der Menschen dahinter. Diese Leistungsfähigkeit wird mobilisiert, um den Ländern und der nachhaltigen Mobilität zu dienen.“

Guillaume Pepy, Vorstandsvorsitzender SNCF

Vielfältige Brücken- und Tunnelbauten

Um diese Strecke, die auch Überschwemmungsgebiete durchquert, fertigzustellen, mussten 286 Ingenieurbauwerke, darunter 13 Viadukte, errichtet werden. Das eindrucksvollste, der 3,5 Kilometer lange Viadukt El Hachef südlich von Tanger, hat eine Investition von 100 Mio. Euro erfordert.

  • Die Baustelle von El Hachef, einer der 12 Viadukte, die für die HGV-Stecke gebaut wurden.

  • 169 Straßen- und Schienenbrücken wurden für dieses Projekt errichtet.

  • 4 Tonnen Schotter wurden auf einem Meter HGV-Strecke eingebracht, das sind 1,6 Mio. Tonnen insgesamt.

  • 357 km/h, der Schienen-Geschwindigkeitsrekord auf dem afrikanischen Kontinent.

  • 6 Millionen Fahrgäste jährlich wird das ONCF mit Al Boraq befördern, das sind 12 bis 15 Verbindungen pro Tag.

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