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Arbeitskämpfe

Während dieser für ihre Fahrgäste schwierigen Zeit trifft SNCF alle erdenklichen Vorkehrungen, um allen denen, die ihre Reise nicht aufschieben können, die bestmöglichen Bedingungen zu gewährleisten. Erklärungen.

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Ressourcen und Organisation eines Beförderungsplans

Beim Zugverkehr werden ganz verschiedene Ressourcen benötigt, sowohl materielle als auch humane. Das erfordert eine komplexe.

Damit ein Zug fahren kann, befinden sich an Bord:

  • ein Fahrer
  • ein Kontrolleur

Hinzu kommen:

  • Bahnhofsmitarbeiter
  • Weichensteller

Außerdem muss das rollende Material immer am richtigen Ort eingesetzt werden, was zusätzlichen Aufwand an Ressourcen und Organisation mit sich bringt.

Jedem Lokführer seine Lokomotive

Jeder Triebfahrzeugführer ist berechtigt, einen bestimmten Typ von Lokomotiven auf ganz bestimmten Strecken zu fahren, auch bei Streiks:

  • ein TER-Triebwagenführer kann keinen TGV steuern
  • ein TGV-Triebfahrzeugführer, der berechtigt ist, auf der Strecke Paris-Bordeaux zu fahren, darf die Linie Paris-Lyon nicht bedienen

Wie wird ein Streik ausgelöst?

Die Eisenbahner können, wie auch alle anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, nicht einfach spontan und zufällig in den Streik treten. Das Gesetz verlangt:

  • Eine oder mehrere Gewerkschaften beschließen eine oder mehrere Forderungen und stellen einen Antrag auf umgehende Verständigung, eine „Demande de Concertation Immédiate“. Dieses Dokument ist eine Aufforderung zu Verhandlungen mit dem Unternehmen über ein präzises   Thema
  • Innerhalb von drei Tagen muss ein Treffen zwischen Vertretern des Unternehmens und der Gewerkschaften anberaumt werden
  • Am Ende der Verhandlungen erarbeiten die Unternehmensleitung und die Gewerkschaften ein gemeinsames Dokument, den „Bericht über abgestimmte Beschlüsse“ („relevé de conclusion concerté“), in dem Übereinstimmungen und Gegensätze detailliert aufgeführt sind. Dieses Papier wird von den Verhandlungspartnern unterschrieben und allen betroffenen Beschäftigten zur Kenntnis gebracht
  • Die Streikankündigung kann daraufhin von den Gewerkschaften sofort oder innerhalb einer Frist von höchstens 15 Tagen verkündet werden. Der Streik kann „verlängerbar“ sein

Die verschiedenen Streikformen

Es gibt zwei Streikarten: 

  • den zeitlich begrenzten Streik
  • den verlängerbaren Streik, der zu einem bestimmten Datum für eine bestimmte Dauer erneuert wird

Vorher: Individuelle Absichtserklärung

Manche Beschäftigte müssen spätestens 48 Stunden vor Streikbeginn ihre Absicht, an dem Streik teilzunehmen, erklären. Dazu müssen sie die individuelle Absichtserklärung  „Déclaration Individuelle d’Intention“ (DII) vorlegen.

Die Erklärung muss von Bediensteten vorgelegt werden, deren Arbeit für den Zugverkehr entscheidend ist, beispielsweise:

  • Triebfahrzeugführer
  • Kontrolleure
  • Mitarbeiter in Weichenstellwerken
  • Mitarbeiter, die für die Fahrgastinformation zuständig sind (etc.)

Wie entsteht ein angepasster Beförderungsplan?

Ob Stadt, Departement oder Region, es sind immer die Aufgabenträger für den öffentlichen Transport, also gewählte Volksvertreter, die den Grundbedarf der Bürger festlegen.
Herbei kann es sich beispielsweise um die Bedienung eines Krankenhauses oder eines Gymnasiums handeln, oder die minimale Aufrechterhaltung einer Linie zu einem Industriegebiet oder einer wichtigen Arbeitsmarktregion etc. Auch die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden berücksichtigt. Unter Einbeziehung dieser Prioritäten werden die Minimalanforderungen eines Beförderungsplans festgelegt.
Der Aufgabenträger identifiziert den Bedarf und legt das einzuhaltende Serviceniveau fest. SNCF erarbeitet Beförderungspläne, die diesen Anforderungen entsprechen, wählt den jeweils für die zu erwartenden Störungen passenden Plan aus und informiert die Fahrgäste über angefahrene Ziele und Fahrpläne.

  • 2 Tage vor Streikbeginn werden die Absichtserklärungen, die „Déclarations Individuelles d’Intention“ (DII) für jede SNCF-Aktivität eingeplant: Transilien, TER, Intercités und TGV. Auf Grundlage dieser Informationen wird festgelegt, welches Serviceniveau auf jeder Strecke oder Linie gewährleistet werden kann.
  • 1 Tag vor Streikbeginn werden die Services, die auf jeder Strecke oder Linie für jeden Zugdienst zur Verfügung stehen, abgeglichen und die allgemeine Verkehrssituation (normal, leichte Störungen, starke Störungen) festgelegt.
  • Am Tag vor Streikbeginn werden um 17 Uhr die Einzelheiten des angepassten Beförderungsplans in den Informationsmedien für Fahrgäste (SNCF-App, Website sncf.com, Twitter-Acounts der verschiedenen Linien...) und Bahnhöfen durch Plakatierung und Handzettel veröffentlicht. Zusätzlich stehen Freiwillige bereit (erkennbar an den roten Westen), um die Reisenden zu informieren und zu beraten

SNCF kann Sie also leider erst am Vortag darüber informieren, ob Ihr Zug am nächsten Tag fährt, weil die individuellen Absichtserklärungen für den Streik bis zu 48 vorher abgegeben werden können und ein Tag erforderlich ist, um die Transportpläne den Gegebenheiten anzupassen.

Warum werden die Fahrgäste erst am Vortag informiert?

Ein angepasster Beförderungsplan kann aufgrund der untenstehenden Einschränkungen und Aufgaben erst am Vorabend für den kommenden Tag veröffentlicht werden:

  • Kenntnis der Zahl der Streikenden, die für den Zugverkehr unerlässlich sind
  • 48h vor Streikbeginn die Zahl der Streikenden je Aktivitätsbereich abschätzen und für jede Strecke und Linie das mögliche Serviceniveau festlegen
  • Am Vortag des Streiks die Dienste, die auf jeder Strecke oder Linie für jeden Zugdienst zur Verfügung stehen, erfassen und um 17 Uhr den Fahrgästen den angepassten Beförderungsplan über die verschiedenen Informationskanäle zur Verfügung stellen.

Verkehrsinformation während Streiks

Jeden Tag erhalten Sie auf Ihrer SNCF-App um 17 Uhr die Informationen über alle Züge, die am nächsten Tag fahren. Diese Informationen stehen auch im Newsroom und über die Telefonnummer 3635 zu Verfügung, ebenso auf den Twitter-Accounts @SNCF und der einzelnen Linien.

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Dem Twitter-Account @SNCF folgen

 

Wie wird die Streikbeteiligung ermittelt?

Durch die individuellen Absichtserklärungen kann die Zahl der Streikenden geschätzt werden, aber die genaue Beteiligung wird in zwei Etappen ermittelt:

  • Am Streiktag muss der Streikbeginn abgewartet werden, um die definitive Zahl der Streikenden, d.h. auch die Streikbeteiligung zu kennen
  • Am Tag nach dem ersten Streiktag wird durch eine Zählung die endgütige Zahl der landesweit Streikenden ermittelt, der Zählvorgang wird von Gerichtsvollziehern kontrolliert