RFF & Wir

Das französische Schienennetz gehört Réseau Ferré de France (RFF). Zu den Aufgaben des staatlichen Betreibers gehören Ausbau und Unterhalt, aber auch die Festlegung der Nutzungsgebühren sowie der Fahrpläne.
SNCF seinerseits ist für die Bewirtschaftung des Netzes zuständig und gewährleistet als von RFF beauftragtes Unternehmen die Steuerung und Kontrolle des Schienenverkehrs auf der einen Seite und die Instandhaltung des Netzes auf der anderen.


Die Eisenbahnreform
hat alles verändert

RFF und SNCF sind zwei juristisch und wirtschaftlich völlig unterschiedliche Einheiten.

  • 1991: Eine EU-Richtlinie verlangt eine Klärung der Zuständigkeiten zwischen Eisenbahnanbieter und Netzbetreiber.
  • 1997: RFF wird gegründet und Eigentümer des staatlichen Schienennetzes. Zum Ausgleich für den Wert der Anlagen übernimmt RFF einen Teil der Verbindlichkeiten von SNCF.
  • 2009: Ein Gesetz beschießt die Gründung einer funktionell und operationell eigenständigen Struktur innerhalb des SNCF-Konzerns, deren Aufgabe die Steuerung und Überwachung des Schienenverkehrs ist, der Direction de la Circulation Ferroviaire (DCF).
  • 2011: Ein Managementvertrag wird geschlossen. RFF überträgt dem Geschäftsbereich SNCF Infra die Erneuerung, Instandhaltung und Erweiterung des französischen Schienennetzes mit einem Investitionsvolumen von 2,15 Mrd. €.

Eine menschliche und
wirtschaftliche Herausforderung

SNCF ist der größte Kunde von RFF, weil das Unternehmen Mautgebühren für das Wegerecht von 15.200 Zügen auf den Gleisanlagen bezahlt. Der Preis für dieses Wegerecht wird vom Staat je nach Art der Linie festgelegt (Hochgeschwindigkeit, Gütertransport etc.).

Aber RFF ist auch Kunde von SNCF, weil der Eigentümer den Betrieb und die Instandhaltung seines Netzes an SNCF, dessen Züge darauf verkehren, delegiert. 14.000 Mitarbeiter von DCF und 38.000 Eisenbahner von SNCF Infra arbeiten deshalb auf Rechnung von RFF.

Die Instandhaltungsverträge werden regelmäßig neu ausgeschrieben und SNCF muss sich immer wieder gegen ernsthafte Konkurrenz aus dem Bausektor durchsetzen. Diese Funktionsweise ist einmalig in Europa.

 


Das Netz modernisieren

Seit 2008 haben der Staat und RFF ein Programm von 13 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Ziel: Die Modernisierung unseres Schienennetzes, um Verspätungen und Störungen mittelfristig spürbar zu verringern.

Damit werden auf dem zweitgrößten Schienennetz Europas nacheinander 6.420 Streckenkilometer erneuert, aber auch Hunderte Signalstationen, Bahnübergänge und Brückenbauwerke.


km Gleise werden von RFF verwaltet und von SNCF Infra unterhalten.

Besteht aus Schienenwegen und Infrastruktur: Bahnübergänge, Elektrik, Signal- anlagen, Sicherheit, Kommunikation...