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Die französische Eisenbahn seit 1827

Seit der ersten Eisenbahnstrecke Kontinentaleuropas im Jahr 1827 hat der Zug in Frankreich menschliche Tragödien, technologische Herausforderungen, kulturelle Revolutionen und noch viel mehr erlebt... Entdecken Sie die Geschichte der Eisenbahn und jener, die sie schreiben.



  1. ...
  2. 1967
  3. 1969
  4. 1974
  5. 1975
  6. 1981
  7. 1983
  8. ...

1967

DER „CAPITOLE“ FÄHRT 200 KM/H: STARTSCHUSS FÜR DIE HOCHGESCHWINDIGKEIT

SNCF beschließt, die beiden Lokomotiven BB 9291 und 9292, die für eine Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h entwickelt worden sind, vor den „Capitole“ zu spannen, ein Zug der Paris-Austerlitz mit Toulouse verbindet.


Die 200 km/h werden auf einer 70 km langen Teilstrecke zwischen Les Aubrais und Vierzon erreicht. Die Erhöhung der Maximalgeschwindigkeit auf dieser Teilstrecke um 40 km/h bedeutet einen Gewinn von 7 Minuten für die gesamte Reise. Die Verbindung Paris-Toulouse dauert jetzt noch 6 Stunden bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 118,7 km/h.
Zum ersten Mal bietet SNCF eine regelmäßige Zugverbindung mit einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 160 km/h an. Am 28. Mai 1967 tritt der „Capitole“, der bis dato schnellste Zug der SNCF seinen Dienst an – ganz in rot mit einem grau-weißen Band um die Hüfte und mit der Inschrift „Capitole“ aus poliertem Messing.


1969

TECHNOLOGISCHE HERAUSFORDERNGEN

Zwischen 1969 und 1975 erhält SNCF 74 Lokomotiven vom Typ CC 6500, die mit 1.500 Volt Gleichstrom fahren können. Sie leisten 8.000 PS und ziehen die Züge auf den elektrifizierten Achsen im Südwesten und Südosten Frankreichs.


Der berühmte Zug „Mistral“, Schmuckstück des Unternehmens, der die Nummer 1 trägt und zwischen Paris und Nizza fährt, bekommt zwischen 1968 und 1974 nicht weniger als 122 neue Waggons mit der Bezeichnung „Mistral 69“; 4 Barwagen sind sogar mit einem Sekretariat und einem Frisiersalon ausgestattet, nicht zu vergessen die Speisewagen und Wagen mit Bedienung am Platz.
Auf Strecken, die nicht elektrifiziert sind, kommen Lokomotiven mit Gasturbinen zum Einsatz. Damit beginnt die Zeit der schnellen Triebwagen, der „Turbotrains“ von SNCF, die eine Reisegeschwindigkeit von 160 km/h erreichen und Modernität mit Komfort verbinden.


1974

ÖLKRISE, HOCHGESCHWINDIGKEIT UND ENDE DES DAMPFZEITALTERS

Obwohl der „Turbotrain“ ein großer Erfolg ist (inspiriert von der Luftfahrttechnologie erreicht er am 8. Dezember 1972 eine Geschwindigkeit von 318 km/h und stellt damit einen Weltrekord für Gasturbinenantrieb auf), bewirkt die Ölkrise von 1973, dass für die künftigen Hochgeschwindigkeitszüge andere Antriebsarten den Vorzug erhalten.


Georges Pompidou beschließt am 6. März 1974 den Bau der neuen Eisenbahnstrecke von Paris nach Lyon und gleichzeitig die Zukunft des Elektroantriebs. Also muss SNCF die Stromabnahme über Fahrleitungen perfektionieren. Die Entscheidung des französischen Präsidenten ermöglicht die Einsparung von 150.000 Tonnen Öl jährlich.

Am 31. März rückt die Dampflokomotive 141 R 73 vom Depot in Sarreguemines zu ihrer letzten Dienstreise aus. Nach 142 Jahren treuer und loyaler Dienste ist die Ära der Dampfrösser in Frankreich endgültig beendet.


1975

CORAIL: ROGER TALLON MODERNISIERT DAS REISEN MIT DEM ZUG

Die Karriere der „Korallen“, der Züge mit dem Namen Corail, beginnt am 9. Juni 1975 zwischen Paris und dem baskischen Hendaye. Bereits ein Jahr später fahren bereits 100 Züge von allen Pariser Bahnhöfen in alle Regionen Frankreichs.


Mit den Corail-Wagen erfährt endlich der Waggonpark, der zum Teil noch aus Zeiten vor der Gründung der SNCF im Jahr 1938 stammt, die längst überfällige Erneuerung und alle Schnell- und Expresszug-Linien werden mit den neuen Reisezugwagen ausgerüstet.

Die SNCF hat ihre Wahl getroffen: 26,40 m lang, gedecktes weiß mit einem breiten, grauen Band, rot/orange-farbigen (ähnlich der Koralle) Türen. Aber die neuen Wagen sind auch mit modernen Klimaanlagen und Drehgestellen ausgerüstet und haben in beiden Klassen einen Mittelgang, ganz nach den Ideen des Designers Roger Tallon.


1981

EIN NEUER WELTREKORD FÜR DEN TGV: 380 KM/H

Am Donnerstag, den 26. Februar 1981 warten um 15h05 mehr als hundert Journalisten in Pasilly im Départment Yonne) auf das Ereignis: Eine Fahrt der TGV-Garnitur Nr. 16. Der Zug fährt los, erreicht 340, 360, 370 und schließlich 380 km/h bei Moulins-en-Tonnerois. Es ist 15h41: der Geschwindigkeitsweltrekord ist übertroffen.


Sonntag, 27. September 1981, Paris, 6h30: eine ungewöhnliche Menschenmenge stürmt den Gare de Lyon und strebt zu dem Bahnsteig, an dem der erste TGV seinen Regeldienst aufnehmen wird. Der Zug Nr. 807 setzt sich um Punkt 7h15 feierlich in Richtung Lyon Perrache in Bewegung und 300 Fahrgäste reisen zum ersten Mal mit 260 km/h. 25 Jahre später werden es mehr als eine Milliarde sein.

„Gagnez du temps sur le temps“ („Sparen Sie noch mehr Zeit“), der Slogan der ersten Werbekampagne ist deutlich: Mit dem TGV reist man schneller als mit dem Flugzeug oder gar dem Auto. Dem Zug steht eine goldene Zukunft bevor.

 

 


1983

Am 31. Dezember1982 endet das Abkommen von 1937. Am 1. Januar 1983 wird SNCF ein staatliches Industrie- und Handelsunternehmen (ÉPIC). Der Staat ist nunmehr einziger Gesellschafter des Unternehmens und garantiert ihm gleichzeitig völlige Handelsfreiheit.

Mehr erfahren über das ÉPIC SNCF