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Die französische Eisenbahn seit 1827

Seit der ersten Eisenbahnstrecke Kontinentaleuropas im Jahr 1827 hat der Zug in Frankreich menschliche Tragödien, technologische Herausforderungen, kulturelle Revolutionen und noch viel mehr erlebt... Entdecken Sie die Geschichte der Eisenbahn und jener, die sie schreiben.



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  2. 1967
  3. 1969
  4. 1974
  5. 1975
  6. 1981
  7. 1983
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1981

EIN NEUER WELTREKORD FÜR DEN TGV: 380 KM/H

Am Donnerstag, den 26. Februar 1981 warten um 15h05 mehr als hundert Journalisten in Pasilly im Départment Yonne) auf das Ereignis: Eine Fahrt der TGV-Garnitur Nr. 16. Der Zug fährt los, erreicht 340, 360, 370 und schließlich 380 km/h bei Moulins-en-Tonnerois. Es ist 15h41: der Geschwindigkeitsweltrekord ist übertroffen.


Sonntag, 27. September 1981, Paris, 6h30: eine ungewöhnliche Menschenmenge stürmt den Gare de Lyon und strebt zu dem Bahnsteig, an dem der erste TGV seinen Regeldienst aufnehmen wird. Der Zug Nr. 807 setzt sich um Punkt 7h15 feierlich in Richtung Lyon Perrache in Bewegung und 300 Fahrgäste reisen zum ersten Mal mit 260 km/h. 25 Jahre später werden es mehr als eine Milliarde sein.

„Gagnez du temps sur le temps“ („Sparen Sie noch mehr Zeit“), der Slogan der ersten Werbekampagne ist deutlich: Mit dem TGV reist man schneller als mit dem Flugzeug oder gar dem Auto. Dem Zug steht eine goldene Zukunft bevor.

 

 


1983

Am 31. Dezember1982 endet das Abkommen von 1937. Am 1. Januar 1983 wird SNCF ein staatliches Industrie- und Handelsunternehmen (ÉPIC). Der Staat ist nunmehr einziger Gesellschafter des Unternehmens und garantiert ihm gleichzeitig völlige Handelsfreiheit.

Mehr erfahren über das ÉPIC SNCF


1987

EIN LABEL FÜR REGIONALZÜGE: TER, TRANSPORT EXPRESS RÉGIONAL

1984 beginnt die Dezentralisierung des Regionaltransports mit den ersten Verhandlungen zwischen SNCF und den Regionen. Ziel: Zu Vereinbarungen über die regionale Nahversorgung kommen. 1987, als nur noch drei Regionen kein Übereinkommen mit SNCF geschlossen haben, startet das staatliche Unternehmen die Marke „TER“, Transport Express Régional, die mit einer Reihe von Engagements verbunden ist.


Damit soll die Regionalversorgung, die bisher „Omnibus“ genannt wurde, ein Qualitätslabel erhalten, das für die Modernisierung des Regionaltransports, die Entwicklung des Verkehrs und die Bedeutung der SNCF für die Regionen steht.
SNCF wird das neue Logo sukzessive auf allen Maschinen, Bahnhöfen und offiziellen Dokumenten verwenden. Außerdem wird das Erscheinungsbild der Züge, das bisher meist sehr unterschiedlich war, in den jeweiligen Regionen vereinheitlicht. Jede Region hat die Wahl zwischen vier Farben, rot, grün, gelb oder blau und kann ihr eigenes Logo an den dafür vorgesehenen Stellen anbringen. Mit der neuen Bezeichnung TER verschwindet auch der populäre Name, den die Fahrgäste den auf Nebenstrecken fahrenden Schienenbussen verpasst hatten: „Micheline“. Ab sofort fährt man auf diesen Linien nicht mehr mit der Micheline, sondern mit dem TER!


1990

515,3 Km/H: DER TGV ATLANTIQUE SCHREIBT GESCHICHTE!

Am 18. Mai 1990 erreicht die TGV-Garnitur 325 in der Nähe des Bahnhofs von Vendôme 515,3 km/h und der Geschwindigkeitsweltrekord ist pulverisiert. Neun Jahre nach Einführung des TGV auf der Strecke Paris-Lyon stellt SNCF die Beherrschung der Hochgeschwindigkeit eindrucksvoll unter Beweis.


Für die neue Atlantik-Linie bestellt SNCF bei Alsthom eine Reihe von 105 Garnituren, die zwischen 1988 und 1992 ausgeliefert werden. Der neue TGV präsentiert sich in Blau und Silber und er ist leistungsfähiger, komfortabler und wirtschaftlicher.

Er ist auf eine Reisegeschwindigkeit von 300 km/h ausgelegt. Dafür wurden die Bremsen verbessert und auch der Stromabnehmer angepasst. Auch die Innenraumgestaltung symbolisiert Modernität und bei den Bordinstrumenten hält die Informatik Einzug.


1994

VON PARIS NACH LONDON IN 3 STUNDEN UND LILLE-LYON MIT HOCHGESCHWINDIGKEIT

Der Bau eines Eisenbahntunnels unter dem Ärmelkanal wird am 20. Januar 1986 beschlossen.
Am 6. Mai 1994 wird das Bauwerk vom Präsidenten der Französischen Republik und der Königin von England offiziell eingeweiht.


Die „Société Eurotunnel“ schickt ihre „Shuttles“ durch die Röhre, die Lastwagen, Autos und Reisebusse von Calais nach Folkstone bringen. Auch die Durchfahrt von Güterzügen und des Eurostar wird von ihr gemanagt. Dieser Hochgeschwindigkeitszug verbindet ab dem 14. November 1994 Paris mit London in nur drei Stunden.

1993 existieren in Frankreich drei Hochgeschwindigkeitsstrecken, die alle von Paris ausgehen. Deshalb wird jetzt eine Anschlussstrecke gebaut, um die Verbindungen Provinz-Provinz zu erleichtern und ein echtes Hochgeschwindigkeitsnetz herzustellen, das mit 270 km/h befahren werden kann, dichte Siedlungsgebiete vermeidet und der erste Schritt zu einem europäischen Netzwerk ist.


1996

THALYS, DUPLEX – TECHNOLOGIE IM DIENST DER SCHNELLIGKEIT

Nach dem Eurostar kümmert sich ein neues Eisenbahnprojekt um die Verbindungen zwischen Paris, Brüssel, Köln und Amsterdam. Der Thalys mit seinen unverwechselbaren Wagen in Rot und Grau kann auf allen vier Netzen fahren und ist dafür mit den jeweils nötigen Signal-, Sicherheits- und Stromabnehmersystemen ausgestattet.


Ende 1996 stellt SNCF eine Serie von 30 neuen, doppelstöckigen TGV zwischen Paris und Lyon in Dienst. Die „Duplex“-Züge haben eine um 40% höhere Kapazität und bieten 516 Fahrgästen einen Sitzplatz.