Print this page
Seite teilen

Die französische Eisenbahn seit 1827

Seit der ersten Eisenbahnstrecke Kontinentaleuropas im Jahr 1827 hat der Zug in Frankreich menschliche Tragödien, technologische Herausforderungen, kulturelle Revolutionen und noch viel mehr erlebt... Entdecken Sie die Geschichte der Eisenbahn und jener, die sie schreiben.



  1. ...
  2. 1987
  3. 1990
  4. 1994
  5. 1996
  6. 1997
  7. 1999
  8. ...

1990

515,3 Km/H: DER TGV ATLANTIQUE SCHREIBT GESCHICHTE!

Am 18. Mai 1990 erreicht die TGV-Garnitur 325 in der Nähe des Bahnhofs von Vendôme 515,3 km/h und der Geschwindigkeitsweltrekord ist pulverisiert. Neun Jahre nach Einführung des TGV auf der Strecke Paris-Lyon stellt SNCF die Beherrschung der Hochgeschwindigkeit eindrucksvoll unter Beweis.


Für die neue Atlantik-Linie bestellt SNCF bei Alsthom eine Reihe von 105 Garnituren, die zwischen 1988 und 1992 ausgeliefert werden. Der neue TGV präsentiert sich in Blau und Silber und er ist leistungsfähiger, komfortabler und wirtschaftlicher.

Er ist auf eine Reisegeschwindigkeit von 300 km/h ausgelegt. Dafür wurden die Bremsen verbessert und auch der Stromabnehmer angepasst. Auch die Innenraumgestaltung symbolisiert Modernität und bei den Bordinstrumenten hält die Informatik Einzug.


1994

VON PARIS NACH LONDON IN 3 STUNDEN UND LILLE-LYON MIT HOCHGESCHWINDIGKEIT

Der Bau eines Eisenbahntunnels unter dem Ärmelkanal wird am 20. Januar 1986 beschlossen.
Am 6. Mai 1994 wird das Bauwerk vom Präsidenten der Französischen Republik und der Königin von England offiziell eingeweiht.


Die „Société Eurotunnel“ schickt ihre „Shuttles“ durch die Röhre, die Lastwagen, Autos und Reisebusse von Calais nach Folkstone bringen. Auch die Durchfahrt von Güterzügen und des Eurostar wird von ihr gemanagt. Dieser Hochgeschwindigkeitszug verbindet ab dem 14. November 1994 Paris mit London in nur drei Stunden.

1993 existieren in Frankreich drei Hochgeschwindigkeitsstrecken, die alle von Paris ausgehen. Deshalb wird jetzt eine Anschlussstrecke gebaut, um die Verbindungen Provinz-Provinz zu erleichtern und ein echtes Hochgeschwindigkeitsnetz herzustellen, das mit 270 km/h befahren werden kann, dichte Siedlungsgebiete vermeidet und der erste Schritt zu einem europäischen Netzwerk ist.


1996

THALYS, DUPLEX – TECHNOLOGIE IM DIENST DER SCHNELLIGKEIT

Nach dem Eurostar kümmert sich ein neues Eisenbahnprojekt um die Verbindungen zwischen Paris, Brüssel, Köln und Amsterdam. Der Thalys mit seinen unverwechselbaren Wagen in Rot und Grau kann auf allen vier Netzen fahren und ist dafür mit den jeweils nötigen Signal-, Sicherheits- und Stromabnehmersystemen ausgestattet.


Ende 1996 stellt SNCF eine Serie von 30 neuen, doppelstöckigen TGV zwischen Paris und Lyon in Dienst. Die „Duplex“-Züge haben eine um 40% höhere Kapazität und bieten 516 Fahrgästen einen Sitzplatz.


1997

GRÜNDUNG DES „ÉPIC“ RÉSEAU FÉRRE DE FRANCE

Der 1. Januar 1997 ist der Gründungstag eines Wirtschafts- und Handelsunternehmens nach öffentlichem Recht (ÉPIC): das Réseau Ferré National (RFF). Sein Geschäftszweck: Einrichtung, Ausbau und Bewirtschaftung der französischen Eisenbahn-Infrastruktur. Seine Ausstattung und die wichtigsten Eigenschaften und Aufgaben werden vom Staat festgelegt.


Das Management des Schienenverkehrs auf dem nationalen Netzwerk sowie Funktion und Unterhalt der technischen Einrichtungen werden von SNCF im Auftrag und nach von RFF definierten Regeln sichergestellt.

Alle Güter, die Teil der Infrastruktur sind sowie Immobilien, die nicht direkt der Erfüllng des Beförderungsauftrages dienen, aber dem Staat gehören und der Verwaltung von SNCF unterstehen, gehen in vollem Umfang in das Eigentum von RFF über.


1999

EIN NEUES QUALITÄSSIEGEL FÜR DIE ZÜGE DER PARISER REGION: TRANSILIEN SNCF

Am 1. September 1999 wird auf dem Schienennetz der Region Île-de-France die Erste Klasse abgeschafft. Ab sofort fahren alle Züge mit nur noch einer Klasse.
Der SNCF-Konzern, der jeden Tag annähernd 2 Millionen Fahrgäste auf diesem Netz befördert, trägt den urbanen Entwicklungen in der Region Rechnung.


Als Antwort auf die Forderung nach einem erneuerten und qualitativ verbesserten öffentlichen Dienst startet SNCF zusammen mit dem Aufgabenträger „Syndicat des Transports Parisiens“  und der Region ein Programm, in dessen Mittelpunkt die Einführung eines Qualitätslabels für alle Bahnhöfe und Züge der gesamten Region steht, das für alle Fahrgäste zu einer einheitlichen Marke werden soll: Transilien SNCF.

Dieses Label kommt drei Forderungen entgegen: Aussehen und Atmosphäre der Züge und Bahnhöfe grundlegend ändern, mit Innovationen die täglichen Pendelfahrten der Bewohner der Region, der „Franciliens“ erleichtern und sich mit Vertretern der Fahrgäste und Kommunalpolitikern koordinieren, um besser auf ihre Erwartungen eingehen zu können.


2001

EINE NEUE TGV-STRECKE: 250 KM ZUM MITTELMEER MIT 300 KM/H

Im Jahr 2001 wird das TGV-Steckennetz mit der Linie „TGV Méditerranée“ bis zum Mittelmeer erweitert. Damit können jetzt 1.500 Kilometer Schienen mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h befahren werden. Die neuen 250 km Strecke wirken sich auf über 70 TGV-Verbindungen aus, weil die Fahrzeiten jetzt um mehr als eine Stunde kürzer werden.


Zwischen Calais und Marseille betreibt SNCF ab 2001 eine Strecke, die auf voller Länge mit 300 km/h befahren werden kann. Vor dem Start des TGV Méditerranée testet SNCF die Ausdauer ihres Materials auf der längstmöglichen Entfernung ohne anzuhalten. Die Operation „Sardine“ hat zum Ziel, die Distanz Calais-Marseille in 4 Stunden zu durchfahren. Am 26. Mai werden die 1.067,2 km in 3h29 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 306,67 km/h durchmessen. Das ist Weltrekord.